Montag, 06. Juli 2020

„Südtirol kann weiter auf Wien zählen“: Außenminister Schallenberg in Bozen

Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg ist am Montag Mittag für seinen Antrittsbesuch in Bozen eingetroffen.

"Südtirol kann auf Wien weiterhin zählen", betonte der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg bei seinem Antrittsbesuch in Bozen am Montag. - Foto: © LPA/Claudia Corrent
Nachdem der österreichische Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Alexander Schallenberg mit dem Besuch bei seinem italienischen Amtskollegen Luigi Di Maio am Freitag seine diplomatische Kontaktrunde zu den Nachbarländern nach der Grenzöffnung vor 3 Wochen vollendet hatte, reiste er am heutigen Montag von Wien nach Bozen, um sich mit Landeshauptmann Arno Kompatscher auszutauschen.


Im Gespräch wurde die Zusammenarbeit angesichts der Corona-Pandemie besprochen, auch die Folgen der wochenlangen pandemiebedingten Grenzkontrollen waren ein Thema.

Anschließend gab es ein vertrauliches Gespräch, bei dem der Außenminister auch über die Ergebnisse seines Treffens mit Di Maio berichtete.

Im Palais Widmann zeigten sich Minister Schallenberg und Landeshauptmann Kompatscher in ihrer Presseerklärung einig, dass schwierige Wochen bewältigt wurden auch dank des ständigen Austausches und der guten Zusammenarbeit.

Coronavirus: Weiterhin gemeinsamer Einsatz gefragt

Die weitere gemeinsame Ausrichtung zur Bewältigung der Krise erfordere den gemeinsamen Einsatz der Länder in Europa, so die beiden Politiker.

Bundesminister Schallenberg unterstrich, dass sich Österreich das vorübergehende Grenzmanagement an der neuralgischen Brennergrenze wirklich nicht leicht gemacht habe und Südtirol dankbar sei für die Kooperation in diesen herausfordernden Zeiten. Südtirol sei auch ein Vorzeigemodell für den Umgang mit dem Coronavirus, betonte Schallenberg.


Verkehr auf der Brennerroute: Nördliche Zuläufer verwirklichen

Ein wichtiger Gesprächspunkt war – Corona-unabhängig - der Transitverkehr über den Brenner. Für die Lösung dieser Herausforderung müsse man, die Kräfte bündeln, so der gemeinsame Tenor. „Vor allem auch die nördlichen Zulaufstrecken sind im Interesse aller baldmöglichst zu bauen“, sagte Kompatscher.

Unterstützung aus Österreich für Südtirol

Bei der Weiterentwicklung und Wiederherstellung von Kompetenzen für Südtirol und den entsprechenden Verhandlungen mit Italien, sei die Aufmerksamkeit und Unterstützung durch Österreich weiter wichtig, so der Landeshauptmann.

„Wir stehen Schulter an Schulter und werden unseren Einfluss geltend machen, dass das Autonomiemodell mit Südtirol Paket erhalten bleibt“, sagte Schallenberg. „Südtirol kann auf Wien weiterhin zählen“, betonte der Minister.

Es war dies der erste offizielle Besuch des österreichischen Außenministers in Südtirol seit seinem Amtsantritt im Juni 2019 (zunächst Bundesregierung Bierlein, dann Bundesregierung Kurz II).

Am Nachmittag stand dann ein Besuch in der Brennerstraße bei der SVP an. Dort traf sich Außenminister Schallenberg zu einem Austausch mit SVP-Obmann Philipp Achammer.

lpa/stol/d