Freitag, 13. September 2019

Hongkong: Polizei verbietet Großdemonstration

Die Hongkonger Polizei hat eine für Sonntag geplante Großdemonstration aus Sicherheitsgründen verboten. Auch der Berufungsantrag der Organisatoren der Civil Human Rights Front wurde am Freitag abgewiesen, wie der Regierungssender RTHK berichtete.

Seit Wochen wird in Hongkong demonstriert. - Foto: APA (AFP)
Seit Wochen wird in Hongkong demonstriert. - Foto: APA (AFP)

Das Verbot wurde damit begründet, dass der Protest wahrscheinlich wieder in Gewalt enden werde und die Organisatoren nicht in der Lage sein dürften, die Teilnehmer im Griff zu haben.

Es wurde davor gewarnt, trotzdem zu demonstrieren, was strafrechtlich verfolgt werden könne. Überhaupt forderte die Polizei die Hongkonger auf, an dem durch das Mondfest am Freitag verlängerten Wochenende von Protesten abzusehen. Trotzdem gab es auch am Freitag verschiedene kleinere Aktionen und Menschenketten.

Wegen der unsicheren Lage in der chinesischen Sonderverwaltungsregion wurde das für Anfang Oktober geplante internationale Tennisturnier Hong Kong Open verschoben. „Ein reibungsloser Ablauf des Turniers kann zu einem späteren Zeitpunkt besser gewährleistet werden”, teilten Hongkongs Tennisvereinigung und der Weltverband mit.

Das Turnier war vom 5. bis 13. Oktober geplant - kurz nach Chinas Nationalfeiertag am 1. Oktober. Zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik werden in Hongkong größere Proteste erwartet, während in Peking eine Militärparade stattfinden wird. Seit mehr als 4 Monaten kommt es in Hongkong zu Demonstrationen gegen die dortige Regierung, die kommunistische Führung in Peking und ihren wachsenden Einfluss auf Hongkong.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip „ein Land, 2 Systeme” autonom regiert. Die 7 Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie etwa Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Viele fordern auch freie Wahlen, wie sie ihnen einst in Aussicht gestellt worden waren.

apa/dpa

stol