Freitag, 27. November 2020

Kein IT-Bonus für Lehrer? Morgen letzte Chance

Den Fernunterricht stemmen die Südtiroler Grund-, Mittel- und Oberschullehrer mit ihren privaten Computern. Dafür hätten sie vom Land einen einmaligen IT-Bonus bekommen sollen: 800, 600 oder 300 Euro brutto, je nach Vertrag. Daraus wird nun wohl nichts. Eine letzte Möglichkeit gibt es, den Bonus zu retten.

Für den Fernunterricht müssen Südtirols Lehrer ihren privaten PC nutzen – Bonus bekommen sie dafür bisher keinen.
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Für den Fernunterricht müssen Südtirols Lehrer ihren privaten PC nutzen – Bonus bekommen sie dafür bisher keinen. - Foto: © shutterstock
„Es hängt jetzt von der Landesregierung ab. Diese tritt am morgigen Samstag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, wo die Kollektivverträge abgesegnet werden sollen“, erklärt Schulgewerkschafterin Petra Nock vom ASGB: „Wir wünschen uns, dass die Politik morgen ein klares Statement abgibt, dass sie für eine Gleichstellung des Personals ist, und sich bemüht, die Mittel für den Bonus doch zur Verfügung zu stellen.“

Der Hintergrund: Die Schulgewerkschaften und die öffentliche Verhandlungsdelegation hatten am 13. November einen Teilvertrag signiert, der für Grund-, Mittel- und Oberschullehrer einen IT-Bonus vorgesehen hätte. Die Prüfstelle des Landes brachte aber einige kritische Anmerkungen zu den Kriterien der Zuteilung des Bonus an. „Deshalb hat sich die öffentliche Delegation nicht mehr in der Lage gefühlt, diesen Vertrag der Landesregierung zur endgültigen Genehmigung vorzulegen“, erklärt Nock.



Den Vertrag auf normalem Weg abzuändern, war nicht mehr möglich, weil die Zeit dafür zu knapp war. „Wir haben zwar versucht, mit der öffentlichen Delegation alles noch irgendwie hinzukriegen, aber es ist uns nicht mehr gelungen“, sagt Nock.

800, 600 oder 300 Euro brutto als einmaliger Bonus

Die Vereinbarung vom 13. November hätte vorgesehen, dass jede Lehrperson je nach Vertragsdauer und -intensität einen einmaligen Bonus bekommen hätte, um damit IT-Geräte für das Homeoffice zu finanzieren: 800, 600 oder 300 Euro brutto.

„Die Prüfstelle hat ihr Gutachten am 17. November abgegeben. Man hat uns als Gewerkschaften erst am Montag, 23. November, darüber informiert. Da waren wir schon über jedem Zeitlimit“, sagt Nock.

Das Problem: Wenn die Gelder der Kapitel im Landeshaushalt nicht bis zum 30. November verbindlich zweckgebunden werden, fließen sie in den großen Topf zurück und können erst im folgenden Kalenderjahr – frühestens mit dem Nachtragshaushalt – wieder zweckgebunden werden. Das wäre im Frühsommer 2021.

Kindergärtnerinnen, Musik- und Berufsschullehrer bekommen mehr

„Die betroffenen 10 Millionen Euro könnte die Politik mit dem jetzt zu verabschiedenden Haushalt bereitstellen – damit wir endlich die Gleichstellung mit den Kindergärtnern, Berufsschul- und Musikschullehrern hinkriegen. Die haben mit dem bereichsübergreifenden Kollektivvertrag ja bereits Gehaltserhöhungen bekommen, Inflationsanpassungen, Lehrberufszulage und dergleichen. Die Grund-, Mittel- und Oberschullehrer sind bisher außen vor geblieben“, sagt Petra Nock.

Von der Gleichstellung mit den Landesbediensteten seien die Lehrer „meilenweit entfernt“, erklärt sie. 80 Millionen Euro bräuchte es dafür. Für das nächste Jahr stehen im Landeshaushalt aber nur 15 Millionen zur Verfügung. „Darum sind wir als Gewerkschaften umso enttäuschter, dass der unkomplizierte IT-Bonus, der uns von Landesrat Philipp Achammer immer wieder zugesagt wurde, gescheitert ist.“

kn