Samstag, 10. Oktober 2020

Keine Einigung: Glurns schreitet 2021 noch einmal zu den Urnen

Nach rund einer Stunde stand es fest: Die Glurnserinnen und Glurnser werden 2021 erneut wählen müssen. Die konstituierende Sitzung des Glurnser Gemeinderates am Freitag machte deutlich, dass es keine Zusammenarbeit zwischen der SVP und der Liste „Für Glurns“ geben wird.

Die erste Gemeinderatssitzung in Glurns endete ohne Ergebnis.
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Die erste Gemeinderatssitzung in Glurns endete ohne Ergebnis. - Foto: © no
Er habe sich dies in einer ersten Reaktion auf das Ergebnis der jüngsten Gemeindewahlen auch nicht vorstellen können, gestand Bürgermeister Alois Frank. Dabei entfielen jeweils 6 Mandate auf die Südtiroler Volkspartei und die Liste „Für Glurns“.

„Der Wähler will aber offensichtlich, dass wir zusammenschauen“, stellte der Glurnser Bürgermeister fest. Deshalb sollte möglich sein, gemeinsam für Glurns zu arbeiten. „Wir müssen es miteinander versuchen. Das ist meine Botschaft.“

Dieser Appell fand bei der Liste „Für Glurns“ kein Gehör. Der Wähler solle noch einmal die Möglichkeit bekommen, zu entscheiden, meinte ihr Bürgermeisterkandidat Erich Wallnöfer, der auch Amtsvorgänger von Alois Frank ist.

Wie er, teilten auch weitere Ratsmitglieder der Liste „Für Glurns“ nicht die Meinung von Bürgermeister Frank, dass im Falle von Neuwahlen vieles in Glurns still stehe und Potential verloren gehe. Im Gegenteil: Man könnte bei Neuwahlen mit einer Einheitsliste antreten, „dann können die Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Parteien und Listen entscheiden, wem sie das Vertrauen schenken“.

Mehrere Ratsmitglieder der Liste „Für Glurns“ machten auch keinen Hehl daraus, dass sie mit dem Bürgermeister als Person Probleme hätten und ihm nicht vertrauten. „Ihr wollt also die Neuwahlen dazu nutzen, um Alois Frank los zu werden“, warf ihnen Ignaz Niederholzer (SVP) vor.

Auch 2 SVP-Gemeinderäte äußerten Zweifel, ob unter diesen Voraussetzungen eine Zusammenarbeit überhaupt möglich ist. „Ich klebe nicht an diesem Sessel“, stellte Bürgermeister Frank klar. „Mir ist es immer nur um Glurns gegangen und das bleibt auch so.“

no