Donnerstag, 01. Juni 2017

Kompatscher in Wien: „Südtirol ist Modellregion“

Am Donnerstag hat Landeshauptmann Arno Kompatscher im Wiener Presseclub Concordia zum Thema „Südtirol. Von der Konfliktregion zum Vermittler in Europa“ gesprochen.

Landeshauptmann Arno Kompatscher vor versammelten Journalisten am Donnerstag im Presseclub Concordia in Wien.
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Landeshauptmann Arno Kompatscher vor versammelten Journalisten am Donnerstag im Presseclub Concordia in Wien. - Foto: © LPA

Südtirol war nach dem gestrigen Strategiegespräch im Außenministerium am Donnerstag auch Thema im Wiener Presseclub Concordia.

Landeshauptmann Arno Kompatscher traf dort mit vorwiegend österreichischen Journalisten zusammen, die ihn unter dem Leitwort  zu aktuellen politischen Themen befragten.

„Autonomiestatut entwickelt sich weiter“

Zwei Befürchtungen, die bei der Streitbeilegung im Raum standen, hätten sich nicht bewahrheitet: „Italien betrachtet die Südtirolfrage nicht als rein innerstaatliche Angelegenheit und das Autonomiestatut ist nicht statisch geblieben, sondern entwickelt sich weiter.“

Von einer Konfliktregion habe sich Südtirol zu einer Modellregion mit Vollbeschäftigung und ökonomischem Wohlstand gewandelt, die sich wie die anderen europäischen Regionen den aktuellen Herausforderungen des demografischen Wandels oder der Digitalisierung stellen müsse. 

Vision: Kleines Europa in Europa

„Meine Vision für Südtirol ist jene eines kleinen Europa in Europa, mehrsprachig, offen, aber verwurzelt, Brücke zwischen Norden und Süden“, erklärte Südtirols Landeshauptmann gegenüber den Journalisten.

In der Lösung von Minderheitenfragen, sei „Südtirol mehr Beispiel, denn Modell“, so Landeshauptmann Kompatscher, da sich jede Minderheit anders entwickelt habe.

Thema Flüchtlinge

Viele Fragen der Medienvertreter hatten das Thema Grenze und Flüchtlinge zum Gegenstand.

„Es ist legitim, dass man eine effektive Kontrolle der Flüchtlingsbewegungen einfordert“, so Kompatscher. „Kritisch ist es in Südtirol, wenn man im Zusammenhang mit der symbolträchtigen Grenze am Brenner von Schließung, Mauer oder Zaun spricht.“

Ausgeglichene Verteilung 

Angesichts der zunehmenden Flüchtlingsankünfte in Italien berichtete der Landeshauptmann über die Maßnahmen, die in Südtirol getroffen werden. So sollen die derzeit 1500 Aufnahmeplätze für Asylbewerber auf 1900 aufgestockt werden.

Das Land setze auf eine möglich ausgeglichene Verteilung, um die Integration zu erleichtern. Er zog aber auch den Vergleich mit dem Bundesland Tirol, wo derzeit 8000 Flüchtlinge untergebracht sind.

Zur Sprache kamen auch Sprachgebrauch und Sprachkenntnisse, die Besonderheiten des Südtiroler Bildungswesens sowie die Schutzfunktion, die Österreich für Südtirol innehat. 

lpa

stol