Dienstag, 22. November 2016

Kompatscher über Juncker-Polemik: „Da läuft was schief!“

Die Polemiken über den „landesüblichen Empfang“ von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei seinem Bozner Besuch am Freitag reißen nicht ab. Alessandro Urzì hatte das Willkommen-Heißen Junckers durch die Schützen scharf kritisiert und damit für manch politische Empörung gesorgt. Ein Wort scheint das andere zu geben - nun hat Landeshauptmann Arno Kompatscher die Polemiken kommentiert.

Am Freitag freute man sich noch über Junckers Bersuch, wenige Tage später schäumen die politischen Emotionen über. - Foto: DLife
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Am Freitag freute man sich noch über Junckers Bersuch, wenige Tage später schäumen die politischen Emotionen über. - Foto: DLife

Es war auch bei der wöchentlich stattfindenden Pressekonferenz des Landeshauptmanns - am Dienstag tagt jeweils die Landesregierung - ein Thema: die Polemiken rund um den „landesüblichen Empfang“ von EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker am vergangenen Freitag (STOL hat berichtet).

Kompatscher: "Es herrscht wenig Vertrauen"

„Die Polemiken, die im Anschluss an die Ehrensalve durch die Schützen für den Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncke, folgten, zeigen auf, dass in Südtirol etwas schiefläuft“, sagte laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa der Landeshauptmann am Dienstag.

Jean-Claude Juncker im Gespräch mit Arno Kompatscher. - Foto: Facebookaccount Arno Kompatscher/Screenshot

„Wenn sich jemand dadurch beleidigt fühlt, beweist dies, dass wir einen Rückschritt erleben und wenig Vertrauen, dafür aber viel Unsicherheit herrscht“, meinte Kompatscher und fügte hinzu, dass dies ein Resultat des politischen Klimas sei.

Landeshauptmann plädiert für Zusammenleben

Südtirols Landeshauptmann verband seine Stellungnahme mit einem Appell, indem er alle dazu aufforderte, den Wert der Vielfalt und die Werte des Zusammenlebens sowie des europäischen Geistes anzuerkennen - zudem verurteilte er, so die Ansa, die Stellungnahmen einiger deutschsprachiger Parteien aus dem politischen Rechtsspektrums auf das Entschiedenste.

Achammer kritisiert dezidiert Knolls Äußerungen

Am späten Dienstagnachmittag nahm auch SVP-Obmann Philipp Achammer Stellung zu den Polemiken. Für ihn sei es ein Akt der Höflichkeit, einen hohen politischen Repräsentanten auf eine in Tirol gängige Art und Weise zu begrüßen. Dies habe nichts damit zu tun, dass irgendjemand ausgeschlossen oder missachtet werden sollte.

"Wenn schon passiert dies nun mit einigen öffentlichen Stellungnahmen, die ganz und gar nicht angebracht sind und nichts mit einem Zusammenleben in Ausgleich und gegenseitigem Respekt zu tun haben", so Achammer.

stol

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