Freitag, 22. Mai 2015

Kompatscher zum 23. Mai: "Solches Leid künftig vermeiden"

Brücken zu bauen, anstatt Gräben aufzureißen, dazu ruft Landeshauptmann Arno Kompatscher anlässlich der hundert Jahre Kriegseintritt Italiens am 23. Mai 2015 auf. Es gelte Konflikte mit demokratischen Mitteln des Dialogs und der Verhandlung zu lösen.

 Konflikte mit demokratischen Mitteln des Dialogs und der Verhandlung zu lösen, dafür plädiert Arno Kompatscher.
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Konflikte mit demokratischen Mitteln des Dialogs und der Verhandlung zu lösen, dafür plädiert Arno Kompatscher. - Foto: © STOL

Am 23. Mai vor 100 Jahren erklärte Italien Österreich-Ungarn den Krieg. Der Kriegseintritt Italiens an der Seite der Entente-Mächte zog die Eröffnung einer neuen Front im Süden nach sich. Er veränderte die Kräfteverhältnisse und war für den Kriegsausgang mitentscheidend.
"Eine besondere Bedeutung und besondere Folgen hatte die Entscheidung, der zweifellos eine expansive Politik Italiens zu Grunde lag, für das damalige Tirol", betont Landeshauptmann Arno Kompatscher, "sie hatte die Zerreisung Tirols zur Folge: Südtirol wurde gegen den Willen der Bevölkerung Italien zugeschlagen."

"Aber hinter diesen Fakten", so Südtirols Landeshauptmann, "steht das Leid, das der Krieg für alle Betroffenen mit sich gebracht hat." Der harte Krieg in den Bergen kostete hundertausende Menschenleben. Er verursachte große Not und Zerstörung und war nicht nur für die Soldaten ein Kampf ums Überleben.

Konflikte nicht mit Waffen lösen

Daher die Aufforderung von Landeshauptmann Kompatscher: "Dies soll uns Mahnung sein, solches Leid künftig zu vermeiden. Er sollte dazu anhalten, Konflikte nicht mit Waffen sondern mit demokratischen Mitteln des Dialogs und der Verhandlung zu lösen."

Südtirol könne heute als Beispiel und Vorbild für ein friedvolles Zusammenleben verschiedener Volksgruppen gelten - in Europa und darüber hinaus.

"Dieses Miteinander wollen wir weiter ausbauen", so Kompatscher, "in einem nunmehr friedlich vereinten Europa werden die Länder, die ehemals Tirol bildeten, unter einem neuen gemeinsamen Dach, der Europaregion, vereint, über die Grenzen hinweg, die der 23. Mai 1915 verursacht hat." 

stol

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