Dienstag, 28. Mai 2019

Lega siegt im Migranten-„Willkommensdorf“ Riace

Es galt als das Vorbilddorf in Italien, in dem Migranten willkommen sind. Nun haben die Bewohner von Riace in Kalabrien aber vor allem der rechtspopulistischen Lega ihre Stimme gegeben.

Das Dörfchen Riace war immer wieder wegen seiner Offenheit gegenüber Flüchtlingen in den Medien.
Das Dörfchen Riace war immer wieder wegen seiner Offenheit gegenüber Flüchtlingen in den Medien. - Foto: © APA/ANSA

Die Partei von Innenminister Matteo Salvini landete bei der Europawahl mit mehr als 30 Prozent auf dem ersten Platz. Riace hatte zuletzt international Schlagzeilen gemacht, weil der migrantenfreundliche Bürgermeister Domenico „Mimmo“ Lucano suspendiert worden war. Der schaffte es bei der gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahl nun nicht mal in den Gemeinderat.

„Es gibt überall eine Luft, die man nicht mehr atmen kann“, sagte Lucano der Zeitung „La Repubblica“ mit Blick auf Salvinis ausländerfeindlichen Kurs. Lucano galt international als Symbol für Toleranz. Er hatte in seinem von Entvölkerung geprägten Dorf Hunderte Migranten aufgenommen und integriert. In Dresden hatte Lucano den Friedenspreis der Stadt erhalten.

Salvini sah in der Wahl in Riace einen Beweis, dass „eine legale, qualifizierte, positive Einwanderung nach dem Willen der Italiener nicht nur eine Laune von Salvini ist“. Das gleiche gelte für Lampedusa: Auf der sizilianischen Insel – bekannt für die Aufnahme unzähliger Migranten – bekam die Lega bei der Europwahl fast 46 Prozent.

dpa

stol