Am Freitagvormittag haben sich Angehörige der Betreuten und Mitarbeiter der Einrichtung für Menschen mit Behinderung KIMM in Kardaun gemeinsam mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und dem Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Salten Schlern, Albin Kofler, ausgetauscht. Das Thema: die Personalknappheit im Sozialbereich und die daraus folgende Teilschließung der Einrichtung <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/unsere-gesellschaft-schaut-nicht-auf-die-schwaechsten" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat mehrfach darüber berichtet)</a>.<BR /><BR /><embed id="dtext86-55102992_quote" /><BR /><BR />„Es war eine emotionale Sitzung“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher zu STOL. „Es war wichtig, dass die Betroffenen, Eltern, Mitarbeiter und Leiter, selber die Möglichkeit hatten, die Situation aus ihrer Sicht zu schildern.“ Die Belastungen der vergangenen 2 Jahre, der akute Personalmangel, die Demotivation für alle Beteiligten und die Frage, wie mit all dem umzugehen sei: „Diese Situation werden wir nicht mit einem Fingerschnippen lösen können“, sagt der Landeshauptmann. Aber man wolle Auswege suchen – diese Offenheit hätten Eltern und Mitarbeiter wertgeschätzt: „Einiges können wir kurzfristig tun, anderes wird nur mittel- und langfristig umzusetzen sein.“<BR /><BR /><b>Corona und Impfpflicht haben Personalknappheit verschlimmert</b><BR /><BR />„Corona und die Impfpflicht haben ein <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/werden-nicht-mehr-alle-dienste-aufrechterhalten-koennen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">bestehendes Mitarbeiterproblem</a> im Sozialbereich verstärkt, sodass die Bezirksgemeinschaft letzthin Dienste für Menschen mit Behinderung kürzen oder gar aussetzen musste“, sagt auch der Präsident der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern, Albin Kofler. Die Angst der betroffenen Familien sei groß, dass die Dienste in den Tagesstätten noch weiter gekürzt werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-55102999_quote" /><BR /><BR />Landeshauptmann Kompatscher sagt: „Wir konnten versichern, dass in der Notsituation abweichend von Berufsvoraussetzungen Anstellungen in Betreuungseinrichtungen möglich sind.“ <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/direktberufungen-von-personal-werden-das-thema-vertiefen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Das Thema der Direktberufungen</a> hatten sowohl Eltern Betroffener als auch Verantwortungsträger im Sozialbereich als entscheidend benannt. <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/kaum-personal-zu-finden-die-zeiten-haben-sich-geaendert" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">STOL hat berichtet.)</a> Kompatscher: „Einzelne neue Mitarbeiter werden über diese Schiene bald ihren Dienst antreten. Die Landesverwaltung muss ihre Verantwortung übernehmen und die bestehende Norm so interpretieren, dass die Leute vor Ort die Anstellungen auch tatsächlich machen können.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-55103164_quote" /><BR /><BR />Bei den Eltern ist das gut angekommen. Eine von ihnen, Else Stieler, sagt: „Bei der Sitzung waren alle echt bemüht und haben uns signalisiert, dass sie bereit sind, uns in unseren Sorgen zu unterstützen.“ Stieler hatte den Missstand im Gespräch mit STOL.it öffentlich gemacht: „Wir sind heute mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen“, sagt sie.<BR /><BR /><b>Landeshauptmann verspricht bessere Rahmenbedingungen</b><BR /><BR />Landeshauptmann Arno Kompatscher zeigte bei dem Treffen Verständnis für die Nöte von Mitarbeitern und Betreuten: Abhilfe schaffen sollen nicht nur finanzielle Besserstellungen. Um mittelfristig mehr Menschen für die Pflege zu begeistern, soll die berufsbegleitende Ausbildung forciert werden – vor allem für Quereinsteiger. „Wir streben kollektivvertragliche Verbesserungen an“, sagt der Landeshauptmann. „Es ist unser Wunsch, den Vertrag mit den Gewerkschaften doch abzuschließen – und sofort für die Jahre 2023 und 2024 weiterzuverhandeln, für weitere Verbesserungen.“ Er hoffe auf ein Ergebnis innerhalb der nächsten Wochen.<BR /><BR /><b>Arbeitstisch geplant</b><BR /><BR />Konkret werden soll das Vorhaben auch in Form eines Arbeitstisches: Angehörige, Mitarbeiter, Verantwortliche und politische Entscheidungsträger sollen gemeinsam pragmatische Lösungen ausarbeiten, erläutert Bezirkspräsident Albin Kofler, der zu dem Treffen geladen hatte. Auch die Präsidenten der Bezirksgemeinschaften Burggrafenamt und Wipptal, Luis Kröll und Monika Reinthaler, waren dabei.