Montag, 06. Mai 2019

Massive Kritik aus Italien an Kurz-Forderung nach Schuldenabbau

Mit seiner Forderung, Italien solle die EU-Regeln einhalten und seine Verschuldung abbauen, hat sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) massive Kritik aus italienischen Regierungs- und Oppositionsparteien eingehandelt. Man müsse verhindern, dass Italien mit einer „verantwortungslosen Schuldenpolitik“ zu einem zweiten Griechenland werde, hatte Kurz im Gespräch mit dem Blatt „La Stampa“ gewarnt.

Mit der Forderung, Italien solle die EU-Regeln einhalten und seine Verschuldung abbauen, hat sich Sebastian Kurz massive Kritik eingehandelt.
Mit der Forderung, Italien solle die EU-Regeln einhalten und seine Verschuldung abbauen, hat sich Sebastian Kurz massive Kritik eingehandelt. - Foto: © APA

„Wir werden uns nur dann von der Krise befreien, wenn es klare Sanktionen gegen EU-Mitglieder geben wird, die Verschuldung verursachen. Wir alle müssen für die Reduzierung des Defizits und die Einhaltung der Regeln des EU-Stabilitätspakts arbeiten“, sagte der Kanzler im Gespräch mit der Turiner Tageszeitung. Nur so könne man garantieren, dass die EU-Währungsunion langfristig erfolgreich und stabil sei. Nur so könne man verhindern, dass „Italien den gesamten Euroraum“ gefährde.

„Wer für diese Partei stimmt, wählt gegen Italien“

Scharfe Kritik an Kurz traf aus den Reihen der seit Juni in Rom regierenden Fünf Sterne-Bewegung ein. „Die Worte des österreichischen Bundeskanzlers gegen Italien sind gefährlich und kontraproduktiv. Er sollte sich bei den Italienern entschuldigen“, forderte die Fraktionschefin der Fünf Sterne-Bewegung im EU-Parlament, Laura Agea, am Montag.

„Kurz' Drohungen nähren Vorurteile und Misstrauen unter EU-Bürgern. Der österreichische Kanzler ist ein Vertreter der Europäischen Volkspartei, zu der die Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi gehört. Wer für diese Partei stimmt, wählt gegen Italien“, so Agea in einer Presseaussendung.

apa

stol