Mittwoch, 12. Oktober 2016

Medizinstudium: Österreichische Quote soll beibehalten werden

Bildungslandesrat Philipp Achammer ist am 12. Oktober in Wien mit dem österreichischen Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner zusammengetroffen. Bei der Aussprache ging es in erster Linie um die Quotenregelung für das Medizinstudium an österreichischen Universitäten. Es besteht die Gefahr, dass sich die EU-Kommission gegen eine Verlängerung der bestehenden Regelung ausspricht. Dies würde auch Auswirkungen auf die Südtiroler Studierenden der Human- und Zahnmedizin in Österreich haben.

Landesrat Philipp Achammer besprach mit Österreichs Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner die Situation Südtiroler Medizinstudenten. - Foto: Jakob Glaser
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Landesrat Philipp Achammer besprach mit Österreichs Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner die Situation Südtiroler Medizinstudenten. - Foto: Jakob Glaser

Erst vor wenigen Tagen hat das österreichische Wissenschaftsministerium den Abschlussbericht für eine Beibehaltung der Quotenregelung für das Medizinstudium an die EU-Kommission geschickt. Landesrat Philipp Achammer hat darauf aufmerksam gemacht, dass diese Regelung auch für Südtirol von besonderer Bedeutung ist. Er wies bei dem Treffen mit Vizekanzler Mitterlehner zudem darauf hin, dass das Anrecht auf Ausbildung in ihrer Muttersprache für Südtiroler Studierende bereits im Pariser Abkommen aus dem Jahr 1946 verankert ist.

Die meisten Südtiroler Medizinstudenten studieren in Österreich

Für die Ausbildung in Human- und Zahnmedizin kann dieses Recht im Lande nicht wahrgenommen werden, da Südtirol über keine Medizinische Universität verfügt. Aus diesem Grund absolvieren Südtiroler ihr Universitätsstudium vorwiegend in Österreich. Südtiroler Reifezeugnisse, die an einer Oberschule mit deutscher und ladinischer Unterrichtssprache erworben werden, sind im Rahmen der Quotenregelung den österreichischen Reifezeugnissen gleichgestellt. Diese Gleichstellung soll deutschsprachigen Südtirolern das Recht garantieren, die Ausbildung in der eigenen Muttersprache an der Universität fortzusetzen.

Achammer: "Quoten für Südtirol essentiell"

Bereits jetzt herrsche in Südtirol ein Ärztemangel. "Dieser würde sich in Zukunft noch verschärfen, falls die österreichische Quotenregelung fallen sollte", berichtete Landesrat Achammer, "aus diesem Grund ist es auch für Südtirol essentiell, dass die Quotenregelung und die Gleichstellung der Reifezeugnisse der Südtiroler Oberschulen mit deutscher und ladinischer Unterrichtssprache mit den österreichischen beibehalten werden."

Daher bat er Vizekanzler Mitterlehner sich für die Aufrechterhaltung der Quotenregelung einzusetzen, damit Südtiroler Studierende weiterhin ihr Studium im medizinischen Bereich in Österreich besuchen können.

Antwort wird im November erwartet

Vizekanzler Mitterlehner wies darauf hin, dass bereits im November eine Antwort der EU-Kommission erwartet wird. "Die Quotenregelung ist im Sinne Österreichs von besonderer Bedeutung", erklärte auch Mitterlehner und bestätigte, dass die Südtiroler Anliegen dabei mit berücksichtigt werden.

Abschließend bedankte sich Landesrat Achammer für die stets konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium und der Südtiroler Landesregierung.

lpa/stol

stol