Samstag, 23. November 2019

Mit vereinten Kräften Richtung Zukunft

Beim großen Festakt im Gedenken an die Verabschiedung des sogenannten Südtirol-Pakets vor 50 Jahren sind am Samstagvormittag der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen aufeinandergetroffen. Gemeinsam mit Landeshauptmann Arno Kompatscher erinnerten sie an den historischen Meilenstein, der vor einem halben Jahrhundert gesetzt worden war.

Kompatscher, Van der Bellen und Mattarella auf Schloss Tirol. - Foto: © APA / PETER LECHNER
„Die Südtirol-Autonomie ist uns nicht in den Schoß gefallen! Sie ist das Ergebnis von zähen Verhandlungen“, unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher in seiner Rede, nachdem er die beiden Staatsoberhäupter sowie alle weiteren Vertreter aus Politik und Gesellschaft ebenso wie die Ehrengäste willkommen geheißen hatte. Er forderte dazu auf, das bestehende Statut ständig weiterzuentwickeln und an die neuen Erfordernisse anzupassen.

Ebenso bezeichnete er die Autonomie als „ein gemeinsames Haus, in dem nicht die einen Hausherren und die anderen bloß Gäste sind.“ Daher sei es von größter Bedeutung, „Schritte nach menschlichem Maß zu setzen und politische Entscheidungen nachvollziehbar zu machen, ohne dabei dem banalen Populismus Tür und Tor zu öffnen.“

Van der Bellen: „Suche nach Gemeinsamkeit führt zum Erfolg“

Die Notwendigkeit, die „Autonomie weiterzuentwickeln und den aktuellen Lebensbedingungen und Bedürfnissen anzupassen“, und zwar „gemeinsam, im gegenseitigen Respekt und indem wir das Einende vor das Trennende stellen!“, unterstrich auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der auf Schloss Tirol Südtirols Schutzmacht Österreich vertrat.

Mehrfach betonte er in diesem Zusammenhang, dass „tragfähige Lösungen nur durch das mutige Zusammenspiel der kooperativen Kräfte möglich“ seien und „die Suche nach Gemeinsamkeit zum Erfolg“ führe. Dies gelte für die Angehörigen aller Sprachgruppen, für Politikerinnen und Politiker des Landes ebenso wie für die Repräsentanten Italiens und Österreichs.

Mattarella: Südtirol in Sachen Autonomie ein weltweites Vorbild

Staatspräsident Sergio Mattarella hingegen bezeichnete Südtirol mit seinen 3 Sprachgruppen und seinen Minderheiten als „kleines Europa im Herzen Europas“. Auch forderte er dazu auf, die Feierlichkeiten in Gedenken an das Südtirol-Paket zum Anlass zu nehmen, über wichtige Ereignisse für die Geschichte Südtirols sowie für die Beziehung zwischen den beiden Staaten Italien und Österreich nachzudenken.

Der „Zug der Südtirol-Autonomie“ sei in den vergangenen Jahren nicht nur ständig weitergefahren, sondern habe eine lange und positive Entwicklung durchlaufen. Südtirol sei in Sachen Autonomie nämlich zu einem weltweiten Vorbild geworden, werde hierzulande doch nicht nur ein friedliches Zusammenleben, sondern gleichzeitig auch eine harmonische Entwicklung des Gebietes garantiert, wobei der Wohlstand bis in die äußersten Randgebiete reicht.



stol/lpa