Anfang Oktober 2006 sei er nach einem Infarkt ins Kloster der Heiligen Melanie bei der nordserbischen Stadt Zrenjanin gebracht worden, berichtete die gewöhnlich gut informierte Zeitung „Blic“ am Sonntag in Belgrad. In der Nähe von Zrenjanin war der 69-Jährige auch am Donnerstag im Dorf Lazarevo entdeckt und verhaftet worden.Die Schwestern des Klosters hätten den mit dem Tod ringenden Mladic in einer Zelle abgeschirmt und mit ärztlicher Hilfe versorgt, berichtete die größte Zeitung im Land weiter unter Berufung auf Quellen aus dem für das Kloster zuständigen Bistum. Da man mit dem Ableben des Ex-Generals gerechnet habe, sei die Kirchenkrypta als Grab hergerichtet worden. Nach einem Monat habe sich Mladic allerdings weitgehend erholt und sei mit unbekanntem Ziel abgereist.Umfrage: Mehrheit der Serben sieht ihn als Helden 51 Prozent der Serben sehen Mladic als Helden an, ergab eine vom kroatischen TV-Sender Nova durchgeführte Umfrage. Demnach zeigte sich ein Drittel der Serben „verbittert“ über die Festnahme von Mladic, weitere 25 Prozent äußerten sich unzufrieden. 67 Prozent der Befragten meinten, dass Mladic nur verhaftet worden sei, damit Serbien den EU-Beitrittskandidatenstatus erhalte.Mladic war am Donnerstag in einem Dorf nördlich der serbischen Hauptstadt Belgrad festgenommen worden. Der frühere Kommandant der bosnischen Serben ist vor dem UNO-Tribunal wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des bosnischen Bürgerkriegs der Jahre 1992 bis 1995 angeklagt. Er wird insbesondere für das Massaker an tausenden muslimischen Männern und Buben in der Enklave von Srebrenica verantwortlich gemacht, seit 1995 wurde nach ihm gefahndet.dpa