Freitag, 10. Juni 2016

Noten ade? Neues Bildungsgesetz beschlossen

Der Südtiroler Landtag hat am Freitag über das neue Bildungsgesetz abgestimmt: Die Mehrheit war dafür.

Philipp Achammers Bildungsgesetz ging heute über die politische Bühne.
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Philipp Achammers Bildungsgesetz ging heute über die politische Bühne. - Foto: © STOL

„#Bildungsgesetz durch. Jetzt erstmal Fußball“, twitterte Philipp Achammer um 17.18 Uhr.

Am Freitagnachmittag hat der Südtiroler Landtag mit 18 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen das neue Bildungsgesetz beschlossen, damit wurde auch dem staatlichen Bildungsgesetz "La buona scuola" Rechnung getragen.

Achammer wird den Fußballfeierabend auch nötig haben, die Debatte dauerte über mehrere Stunden an.

Keine Schulnoten mehr?

Vor allem die kompetenzorientierte Bewertung sorgte für kontroverse Stimmung im Landtag – so plädierte etwa der Freiheitliche Pius Leitner dafür, das aktuelle Notensystem beizubehalten.

Das neue im Gesetz verankerte Modell sieht vor, dass Schulen – und zwar sämtliche Schulstufen – zukünftig von den bekannten Ziffernnoten abgehen könnten, wenn sie denn wollten.

Es steht aber jeder Schule frei zu entscheiden, ob sie diese neue Autonomie übernehmen will oder beim althergebrachten Modus bleibt. Die Maturaklassen betrifft das freilich nicht, sie sind aufgrund der staatlichen Abschlussprüfung von der Neuregelung ausgenommen.

Alte Regelung bleibt im Schuljahr 2016/17 in Kraft

Das neue Bildungsgesetz soll zwar ab 1. September in Kraft treten, ob dieser strittige Punkt jedoch Bestand haben wird ist noch ungewiss – denn Rom hat nun 60 Tage Zeit Einspruch gegen den Südtiroler Schulnotenweg einzulegen. Doch auch wenn Rom keinen Einspruch erheben sollte, im Schuljahr 2016/17 wird noch alles beim Alten bleiben.

Kindergärtnerinnen erhalten politischen Rückhalt

Auch die Kindergärtnerinnen-Debatte gehörte zu den bestimmenden Tagesordnungspunkten der Landtagssitzung am Freitag.

Mehrere Fraktionen, etwa die Grünen und die Freiheitlichen, brachten Beschlussanträge zu diesem Punkt ein. Fraktionsübergreifend war man sich einig, dass die Arbeitsbelastungen der Kindergärtnerinnen vermehrt berücksichtigt werden sollten – die Arbeitszeit solle reduziert werden.

Mehrere Mandatare kritisierten zudem das personelle Ungleichgewicht zwischen deutschsprachigen und italienischsprachigen Kindergärten. Betreue in den italienischsprachigen Sektionen in der Regel 1 Pädagogin 8 Kinder, so laute in den deutschsprachigen Sektionen das Verhältnis 10:1, monierten nicht nur Abgeordnete der Opposition.

Die Beschlussanträge zur Reduzierung der Arbeitszeit sowie zur personellen Umschichtung wurden mehrheitlich genehmigt, damit besteht ein gesetzlicher Auftrag an die Landesregierung.

Auf den abendlichen EM-Hashtag von Landesrat Achammer kann man schon gespannt sein.

stol/aw

stol