Sonntag, 10. Februar 2019

Orban verkündet finanzielle Anreize für mehr Geburten

Ministerpräsident Viktor Orban will die Ungarinnen mit beträchtlichen finanziellen Anreizen dazu bewegen, mehr Kinder zu gebären. „Das ist die Antwort der Ungarn (auf den Geburtenrückgang), nicht die Migration”, sagte der rechts-nationale Politiker am Sonntag in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation. Im Jahr 2016 wies Ungarn nur 1,45 Geburten pro Frau auf.

Orban findet ein Kind pro Frau nicht genug. - Foto: APA (AFP)
Orban findet ein Kind pro Frau nicht genug. - Foto: APA (AFP)

Zu den angekündigten Maßnahmen gehört, dass jede Frau unter 40, die zum ersten Mal heiratet, einen Kredit in Höhe von 10 Millionen Forint (31.417 Euro) zur freien Verwendung gewährt bekommt. Die Rückzahlung des Kredits wird bei der Geburt des ersten Kindes 3 Jahre lang ausgesetzt. Nach dem zweiten Kind wird ein Drittel des Kredits, nach dem dritten der gesamte Kredit erlassen.

Außerdem werden die Kreditprogramme für den Wohnungserwerb ausgeweitet und Bürgschaften je nach Kinderzahl teilweise vom Staat übernommen. Familien mit mindestens 3 Kindern erhalten beim Kauf eines mindestens siebensitzigen Fahrzeugs einen Zuschuss vom Staat in Höhe von 2,5 Millionen Forint. Frauen, die 4 oder mehr Kinder geboren haben und aufziehen, sollen künftig bis an ihr Lebensende von der Einkommenssteuer befreit sein.

In seiner Ansprache ging Orban auch auf die Europawahl im Mai ein. „Wir stoppen die migrationsfördernde Mehrheit”, erklärte er. Den Parteien der Mitte - darunter die konservative Europäische Volkspartei (EVP), der auch seine Fidesz-Partei angehört - unterstellte er, die Migration zu fördern.

apa/dpa

stol