Donnerstag, 10. September 2015

Paukenschlag in Freienfeld: Neun SVP-Räte treten zurück

Die Koalition der Bürgerliste rund um Bürgermeister Peter Faistnauer und der SVP, die zwei Drittel der Freienfelder Gemeinderäte stellt, zerbricht. Am Donnerstag haben neun der zehn Räte ihren Rücktritt bekanntgegeben. Es wird zu Neuwahlen kommen.

In Freienfeld kommt es zu Neuwahlen.
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In Freienfeld kommt es zu Neuwahlen.

Die SVP-Fraktion rund um Ortsobmann Martin Rainer hat nun die Konsequenzen gezogen, betont aber, dass man monatelang trotz verschiedener Vorfälle "einen guten Willen zum Wohle der Gemeinde gezeigt" habe. 

Guten Willen gezeigt, Bürgermeister im Alleingang

„Die vergangenen Wochen haben uns gezeigt, dass Bürgermeister Peter Faistnauer das Ergebnis der Gemeindewahlen in Freienfeld nicht anerkennen will“, so Rainer.

„Die SVP stellt zwei Drittel der Gemeinderäte, da kann der Bürgermeister nicht ständig allein entscheiden, ohne einen Konsens mit seinen Koalitionspartnern zu suchen.“ Seine jüngsten Entscheidungen hätten verdeutlicht, dass er die Mehrheitsverhältnisse und nicht zuletzt den Wählerwillen nicht akzeptieren wolle.

SVP-Vorschlag nicht akzeptiert: Zusammenarbeit unmöglich

Auslöser für den endgültigen Bruch nach drei konfliktreichen Monaten ist die Benennung des dritten Referenten. Bürgermeister Faistnauer wollte Klaus Fischnaller zum neuen Ausschussmitglied ernennen und nicht den SVP-Vorschlag Alfred Sparber.

„Dies ist für uns völlig unverständlich, nachdem im Zuge der Verhandlungen zur Koalitionsbildung klare Vereinbarungen getroffen worden sind“, so Rainer. Dem tritt der Bürgermeister entschieden entgegen, wie er im STOL-Interview erklärt. 

Doch die Vorwürfe der SVP-Fraktion rund um Ortsobmann Martin Rainer gehen noch weiter. Öffentliche Diskreditierungen und haltlose Unwahrheiten vonseiten des Koalitionspartners hätten eine gute Zusammenarbeit im Gemeindeausschuss schlichtweg unmöglich gemacht.

Besser Neuwahlen

Infolge des kollektiven Rücktritts einer Mehrheit von Gemeinderäten wird es in Freienfeld zu Neuwahlen kommen. 

„Die Bürgerinnen und Bürger von Freienfeld haben ein Recht auf eine Gemeindeverwaltung, die gut und effizient für sie arbeitet. Wenn dies nicht möglich scheint oder wenn dazu von anderer Seite kein Interesse besteht, so ist es besser, dies rechtzeitig anzuerkennen und der Bevölkerung erneut die Wahl über die Zukunft der Gemeinde zu überlassen“, erklärt der SVP-Koordinierungsobmann am Donnerstag.

Man stelle sich erneut und überzeugt der Wahl.

In diesem einen Punkt vertritt man dieselbe Position, wie Bürgermeister Peter Faistnauer.

stol/ds/ker

stol