Freitag, 25. Januar 2019

Queen ruft inmitten des Brexit-Streits zu mehr Respekt auf

Die britische Königin Elizabeth II. hat in einer Rede britischen Medien zufolge indirekt zu mehr Respekt im Brexit-Streit aufgerufen. Normalerweise kommentiert das Staatsoberhaupt keine politischen Ereignisse. In ihrer Ansprache im Sandringham-Frauen-Institut rief die Queen (92) am Freitag ausdrücklich dazu auf, unterschiedliche Standpunkte zu achten.

Königin Elizabeth II. bevorzugt "bewährte Rezepte" Foto: APA (AFP)
Königin Elizabeth II. bevorzugt "bewährte Rezepte" Foto: APA (AFP)

Jede Generation stehe vor neuen Herausforderungen und Möglichkeiten, sagte sie. „Wenn wir in der heutigen Zeit nach neuen Antworten suchen, bevorzuge ich die bewährten Rezepte wie: gut übereinander sprechen, verschiedene Sichtweisen respektieren, zusammenkommen, um Gemeinsamkeiten zu erkunden und niemals das große Bild aus den Augen verlieren.” Diese Ansätze seien „zeitlos und ich empfehle sie allen”.

Das sei eine politische Botschaft, kommentierte unter anderem der Sender BBC. Schon in ihrer Weihnachtsansprache hatte die Königin zu mehr Respekt trotz großer Differenzen aufgerufen. Auch das werteten Kommentatoren als Anspielung auf die Brexit-Streitereien. Die Königin verbringt Weihnachten und mehrere Wochen danach auf ihrem Landsitz in Sandringham in der englischen Grafschaft Norfolk. Sie hat viele Ehrenämter und ist auch Präsidentin des Frauen-Instituts.

Zerstrittenes Parlament riskiert ungeregelten Brexit 

Großbritannien will sich am 29. März von der Europäischen Union trennen. Doch das mit Brüssel ausgehandelte Abkommen wurde in der vergangenen Woche mit überwältigender Mehrheit vom Parlament abgelehnt. Nun will Premierministerin Theresa May über einen Plan B am kommenden Dienstag debattieren und abstimmen lassen. Sollte sich das völlig zerstrittene Parlament nicht einigen, droht ein ungeregelter Brexit. In diesem Fall wird mit drastischen Folgen für die Wirtschaft und zahlreiche andere Lebensbereiche gerechnet.

apa/ag.

stol