Samstag, 01. Juni 2019

Regierungsgegner demonstrieren in Belgrad und Nis

Serbische Regierungsgegner haben sich auch am Samstag zu einer Protestkundgebung in Belgrad eingefunden. Einige Stunden zuvor wurde auch im südserbischen Nis erneut demonstriert. Die Veranstalter der Proteste, die in Belgrad seit Anfang Dezember jeden Samstag stattfinden, haben zu landesweiten Protesten am kommenden Samstag aufgerufen.

Die Proteste begannen bereits Anfang Dezember (Archivbild).
Die Proteste begannen bereits Anfang Dezember (Archivbild). - Foto: © shutterstock

Wie aus Oppositionsreihen angekündigt wurde, soll es dabei nur zwei Forderungen an die Behörden geben: die Schaffung von Voraussetzungen für freie und faire Wahlen und die Medienfreiheit.

Gemäß Zoran Lutovac, dem Chef der Demokratischen Partei, die Mitglied des oppositionellen Bundes für Serbien (SZS), ist man bereit, an weiteren 50 Samstagen auf die Straße zu gehen, um die Behörden zum Dialog mit der Opposition zu bewegen. Die seit knapp sechs Monaten anhaltenden Proteste zielten nicht darauf ab, „gewaltsam etwas zu verändern“. Vielmehr sei es darum gegangen, dass sich die Menschen von ihrer Angst befreien und ihre Unzufriedenheit definieren, sagte Lutovac bei einem Führungstreffen seiner Partei am Samstag.

In einem Aufruf zum heutigen Protest in Belgrad meinten die Veranstalter, dass die Demonstrationen bereits einige Resultate gebracht hätten. Man habe die Behörden dazu gezwungen, viel mehr darauf zu achten, was sie vornehmen, hieß es im Aufruf. In Oppositionsreihen wird auch die Amtsenthebung von mindestens zwei korrupten Spitzenfunktionären der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) in den letzten Monaten als ein Resultat der Proteste angesehen.

apa

stol