Mehr als 500 weitere Menschen seien verletzt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Regierungskreisen in der Hauptstadt Tunis. Unter den Todesopfern befanden sich demnach acht Polizisten sowie 74 Häftlinge, die bei Aufständen und Meutereien in Gefängnissen des Landes gestorben seien. Die Vereinten Nationen hatten zuvor eine vorläufige Zahl von 219 Toten genannt.Als Zeichen für die bleibenden Spannungen in dem Land rief Tunesiens Verteidigungsministerium die Reservisten der Armee dazu auf, sich in regionalen Registrierungsstellen zu melden. Alle Armeeangehörigen, die in den vergangenen fünf Jahren in den Ruhestand gegangen oder zum Jahresende 2008 beziehungsweise im Jahr 2009 zum Wehrdienst eingezogen worden seien, sollten sich ab dem 16. Februar dort eintragen, hieß es in einer am Montagabend von der amtlichen Nachrichtenagentur TAP verbreiteten Mitteilung des Ministeriums.Tunesiens Armee gehören insgesamt etwa 45.000 Soldaten an. Die Übergangsregierung hatte in den vergangenen Tagen mehrfach gewarnt, dass Getreue von Ben Ali einen „Komplott“ für die Rückkehr zur alten Ordnung schmieden würden.apa/afp