Die Besorgnis über diese Entwicklung sei auch in der Politik angekommen. „Doch solange wirksame Lösungsansätze nur angedacht und nicht umgesetzt werden, ist ein Tsunami der Armut nicht mehr aufzuhalten“, meint Stephan Vieider, Fachsekretär der ASGB-Rentner. „Die Teuerung von Energie, Rohstoffen, Lebensmitteln, Wohnen und Bildung steigen ins Unermessliche und treiben Familien und Geringverdiener zur Verzweiflung.“ <BR /><BR />Es müsste doch eigentlich als gegeben gelten, dass arbeitende Menschen mit ihrem Lohn bzw. mit ihrer Rente ohne öffentliche Unterstützungsleistungen über die Runden kommen, meint er. Dem sei aber nicht so – auch wenn die wahlwerbenden Parteien darüber hinwegtäuschen möchten. Dies seien aber leere Versprechungen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-56087788_quote" /><BR /><BR />„Die Wahrheit ist vielmehr, dass die Mittelschicht sich im Abstieg befindet und der jetzige Lebensstandard nicht mehr für alle garantiert werden kann. Für viele wird Verzicht zur Devise“, so Vieder. Die Politik müsse Auswege aus dieser drohenden Katastrophe realitätsbezogen angehen, Bereitschaft zur strukturellen Änderung der Markt- und Gesellschaftspolitik nicht nur vorgeben, sondern auch durchsetzen. „Der Erfolg hängt allerdings auch von der Solidarität der Gesellschaft ab“, meint Vieider. „Egoismus und Profitdenken, begleitet von Maßlosigkeit und moralischer Enthemmung, mangelnde Solidarität und fehlende Bereitschaft zu mehr Verteilungsgerechtigkeit sind nämlich ein gesellschaftliches Problem und führen unvermeidlich zur Gefährdung des sozialen Friedens.“