Samstag, 05. Januar 2019

Rettungsschiffe weiter ohne Hafen - Lage angespannt

Die Rettungsschiffe von zwei deutschen Hilfsorganisationen harren weiter mit geretteten Migranten an Bord vor der Küste Maltas ohne Aussicht auf einen Hafen aus.

Sea-Watch-Schiffe ohne Hafen. Foto: Facebookaccount Sea-Watch/Screenshot
Sea-Watch-Schiffe ohne Hafen. Foto: Facebookaccount Sea-Watch/Screenshot

„Insgesamt ist die Lage an Bord mittlerweile sehr angespannt“, sagte Ruben Neugebauer, Sprecher der Organisation Sea-Watch, am Samstag. „Das Land ist zum Greifen nah, dennoch hat die Europäische Union 49 Menschen seit zwei Wochen in Geiselhaft genommen.“

Sea-Watch hatte 32 Menschen bereits kurz vor Weihnachten gerettet. Seitdem befinden sie sich auf dem Schiff. Am Freitag hatte der italienische Vizepremierminister Luigi Di Maio erklärt, Italien sei bereit, Kinder und ihre Mütter von den Schiffen „Sea-Watch 3“ und „Professor Albrecht Penck“ der Regensburger Organisation Sea-Eye aufzunehmen. Seine Aufforderung an Malta, die Menschen an Land gehen zu lassen, verhallte allerdings.

„Die Regierung von Malta empfiehlt, dass der italienische Vize-Premierminister die Fakten überprüft, bevor er solche öffentlichen Aussagen macht“, hieß es in einer Erklärung aus Valletta. Italien sei Schuld daran, dass die Rettungsschiffe Zuflucht in maltesischen Gewässern gesucht hätten, da das Land ihnen keinen Hafen zugewiesen habe.

dpa

stol