Montag, 05. November 2018

Salvinis Lächeln erhitzt die Gemüter

In der vergangenen Woche wurde Italien von schweren Unwettern heimgesucht. In Sizilien starben 12 Menschen, zahlreiche Muren gingen ab und verlegten Straßen, Venedig stand vollständig unter Wasser. Ein lächelnder Matteo Salvini hat nun für Aufregung bei den Italienern gesorgt.

Foto: Twitter/Matteo Salvini
Foto: Twitter/Matteo Salvini

Innenminister Salvini bereiste in den vergangenen Tagen die am schwersten betroffenen Gebiete, darunter auch am Sonntag das Belluno.

Zuvor legte er einen Stopp in Venedig ein - und sorgte für große Aufregung in den sozialen Netzwerken. Normalerweise ist der Lega-Chef ein Meister der Selbstdarstellung, seine Wähler lieben ihn dafür, dass er immer wieder Fotos von sich auf Facebook und Twitter stellt.

Doch mit diesem Foto schaffte es Salvini erstmals, einen großen Teil seiner Follower gegen sich zu bringen: Das Foto zeigt ihn lächelnd auf einem Motorboot in einem venezianischen Kanal, die Stadt im Hintergrund. Venedig hatte in den vergangenen Tagen unter Wasser gestanden.

Viele User fanden das Lächeln des Innenministers äußerst unpassend: „Unser Land liegt in Trümmern, was gibt es dazu lächeln?“, so ein Kommentar.

Salvini selbst ließ sich von den Kritikern nicht beeindrucken und löschte das Selfie auch nicht aus seinen Netzwerken.

Stattdessen erklärte er am Sonntagabend: „Wenn ich gehe, kritisieren sie mich, wenn ich gehe. Wenn ich nicht gehe, kritisieren sie mich, weil ich nicht gehe. Wenn ich traurig bin, passt es nicht, und wenn ich lächle, passt es auch nicht. Wisst ihr was, liebe Kritiker, Oberlehrer und linke Journalisten? Ist mir ganz egal, ich denke an die Italiener und mache meine Arbeit weiter!“

stol/liz

stol