Sonntag, 19. Mai 2019

Saudi-Arabien und Iran dämpfen Kriegssorgen

Der Iran und Saudi-Arabien haben am Wochenende versucht, die Sorgen vor einem Krieg im Nahen Osten zu dämpfen. Der Iran strebt nach den Worten des Chefs der Revolutionsgarden in Teheran keinen Krieg an. „Der Unterschied zwischen denen und uns ist, dass sie Angst vor einem Krieg und nicht den Willen dazu haben”, sagte General Hossein Salami am Sonntag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur FARS.

Khalid al-Falih, Energieminister Saudi-Arabiens. - Foto: APA (AFP)
Khalid al-Falih, Energieminister Saudi-Arabiens. - Foto: APA (AFP)

Auch der saudische Außenminister Adel al-Jubeir betonte am Sonntag, dass sein Land keine Eskalation wolle. Das Land sei aber auch bereit, mit „aller Strenge und Entschlossenheit” zu reagieren. Die zunehmenden Spannungen zwischen den mit Saudi-Arabien verbündeten USA und dem Iran hatten Befürchtungen ausgelöst, es könne ein Krieg am Golf bevorstehen. Die USA waren vor einem Jahr aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und ziehen seither die Sanktionsschraube scharf an.

US-Präsident Donald Trump ließ zuletzt einen Flugzeugträger, Langstreckenbomber und Flugabwehrraketen in die Region verlegen. Die Europäer hatten beide Seiten vor einer Eskalation gewarnt. Darauf erklärten auch US-Militärs, dass kein Angriff auf Iran geplant sei. Der Ölpreis war wegen der Spannungen in den vergangenen Tagen gestiegen.

Iran verdächtigt, hinter Drohnen-Anschlägen auf Öl-Anlagen im Land zu stecken

Saudi-Arabien verdächtigt den Iran, hinter Drohnen-Anschlägen auf Öl-Anlagen im Land zu stecken. Energieminister Khalid al-Falih sprach von einem Terrorakt und einem erneuten Versuch, die Sicherheit der weltweiten Ölversorgung zu untergraben. Erst zwei Tage zuvor hatte Saudi-Arabien vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran Sabotageattacken auf heimische Öltanker gemeldet, die sich in Gewässern der Vereinigten Arabischen Emirate befanden.

Die jüngsten Anschläge auf Öleinrichtungen gefährden nach den Worten von Khalid al Falih die Versorgungssicherheit bei dem Rohstoff. Die Ölproduktion seines Landes werde dadurch aber nicht beeinträchtigt, sagte der Minister am Sonntag in Jeddah. Er rief die Partnerländer auf, die Angriffe zu verurteilen. Am vorigen Sonntag waren vier Handelsschiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate beschädigt wurden, zwei Tage später wurden Ölanlagen westlich der Hauptstadt Riad von Drohnen angegriffen. Falih äußerte sich vor einem Ministertreffen wichtiger Ölförderländer.

apa/ag.

stol