Samstag, 18. Mai 2019

Sea Watch 3 erreichte italienische Hoheitsgewässer

Das Rettungsschiff „Sea Watch 3” mit 47 Migranten an Bord hat am Samstagnachmittag italienische Hoheitsgewässer erreicht. Der Schiffskapitän erklärte, er wolle „aus humanitären Gründen” die süditalienische Insel Lampedusa erreichen. Das Schiff befinde sich 12 Seemeilen von der Insel entfernt, berichtete die deutsche NGO Sea-Watch, Betreiberin des Schiffes.

Die "Sea Watch 3" will nach Lampedusa.
Die "Sea Watch 3" will nach Lampedusa.

Das italienische Innenminister gab keine Genehmigung zur Landung der Migranten auf Lampedusa. Die Crew der „Sea Watch-3” bestehe aus Komplizen der Menschenhändler, verlautete aus dem Innenministerium.

Nachdem am Freitagabend die italienischen Behörden die Landung von 18 Personen - Familien mit Kindern und ein Mann in schlechtem gesundheitlichen Zustand - auf Lampedusa genehmigt hatten, bleibt das Schicksal der Migranten, die noch an Bord der „Sea-Watch 3” sind, ungewiss. An Bord befinden sich neben den 47 Migranten auch 22 Crewmitglieder und 4 Ärzte.

Das zivile Rettungsschiff „Sea-Watch 3” hatte die insgesamt 65 Migranten am Mittwoch vor der Küste Libyens aus Seenot gerettet. Die Besatzung erklärte, viele der geretteten Menschen litten unter Erschöpfung, Dehydrierung und Seekrankheit. Außerdem benötigten einige der Geretteten psychologische Betreuung.

Innenminister Matteo Salvini betonte, dass sich nichts an der Politik der italienischen Regierung der „geschlossenen Häfen” für private Rettungsschiffe ändere. „Wir haben keinen Schritt zurück gemacht. Die 'Sea Watch 3' darf nicht Italiens Hoheitsgewässer erreichen und die Häfen bleiben geschlossen”, kommentierte Salvini.

apa

stol