Sonntag, 19. Mai 2019

„Sea-Watch 3“ vor Lampedusa

Das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 47 Migranten an Bord fordert den italienischen Innenminister Matteo Salvini heraus und ist ohne Genehmigung in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Das Schiff der deutschen NGO „Sea-Watch“ befinde sich unweit der Insel Lampedusa, berichteten italienische Medien.

Salvini beharrt auf seiner Politik der „geschlossenen Häfen“ für Migranten. - Foto: ANSA
Salvini beharrt auf seiner Politik der „geschlossenen Häfen“ für Migranten. - Foto: ANSA

Schiffskapitän Arturo Centore bat um Genehmigung aus „humanitären Gründen“, anlanden zu dürfen. „Der psychische Zustand unserer Gäste verschlechtert sich rapide. Kapitän & Crew setzen nun ihr gutes Recht durch und laufen den nächsten sicheren Hafen an“, twitterte die deutsche NGO.

Salvini beharrt auf seiner Politik der „geschlossenen Häfen“ für Migranten. „Solange ich Innenminister bin, erreicht dieses Schiff keinen italienischen Hafen. Ein Staat kann sich nicht die Regeln von Komplizen von Menschenhändlern diktieren lassen“, erklärte der Vizepremier und Chef der rechten Lega.

Unklar ist, ob andere EU-Länder bereit wären, wie bei ähnlichen Fällen in den vergangenen Monaten, die Migranten auf der „Sea-Watch 3“ aufzunehmen. In den vergangenen Monaten hatten sich mehrfach mehrere EU-Länder bereit erklärt, von NGO-Schiffen im Mittelmeer vor Italien gerettete Migranten aufzunehmen.

apa

stol