Sonntag, 27. Januar 2019

Sea-Watch: Salvini will Ermittler an Bord schicken

Salvini bestätigte Pläne, Ermittlungen gegen die Crewmitglieder der „Sea Watch 3“ wegen Beihilfe zur Schlepperei aufzunehmen. Er prüfe, ob Ermittler an Bord des Schiffes gehen können, um eine Untersuchung gegen die Crewmitglieder zu starten. „Die Crewmitglieder helfen de facto den Schleppern“, sagte Salvini nach Medienangaben.

Innenminister Matteo Salvini. - Foto: ANSA
Innenminister Matteo Salvini. - Foto: ANSA

Die deutsche NGO Sea Watch, Betreiberin des Schiffes, bekräftigte indes die Forderung nach sofortiger Landung der minderjährigen Migranten, sowie eines 24-Jährigen aus Gambia, der nach schweren Folterungen in Libyen verletzt sei. Der Mann habe Folternarben auf dem ganzen Körper und im Gesicht. „Das sind die Menschen, die wir zwei Kilometer von der sizilianischen Küste an Bord haben und die man nicht landen lässt“, so Giorgia Linardi, Sprecherin von Sea Watch in Italien.

Hunderte Bürger demonstrierten im sizilianischen Siracusa am Samstag für die Landung der Migranten auf Sizilien. Das Rettungsschiff hat einen Ankerplatz rund zwei Kilometer vor Syrakus zugewiesen bekommen. „Lasst sie landen“, war auf Leintüchern zu lesen, die an den Fenstern und Balkonen der Hauptstraße von Siracusa hangen. „Die Wellen sind sehr hoch und die Crew bestätigt, dass die Migranten an Bord erschöpft sind und sowohl physisch als auch psychisch sehr mitgenommen sind“, betonten die Aktivisten.

apa

stol