Donnerstag, 13. Juni 2019

Sea-Watch steuert auf Lampedusa zu

Die deutsche NGO Sea-Watch steuert auf die süditalienische Insel Lampedusa zu, nachdem sie den Kurs in Richtung Tunesien aufgenommen hatte. Die Crew erklärte, dass sie die 52 Migranten an Bord nicht nach Libyen zurückbringen werde, wie Innenminister Matteo Salvini fordert.

Die Sea-Watch 3 steuert auf Italien zu. - Foto: APA (AFP)
Die Sea-Watch 3 steuert auf Italien zu. - Foto: APA (AFP)

Salvini meinte, die „Sea-Watch 3“ habe von den Libyern einen Hafen für die Landung der Migranten zugewiesen bekommen. Der libysche Hafen sei nach internationalem Recht kein „sicherer Hafen“, erwiderte die NGO per Twitter. „Gerettete Menschen in ein Kriegsland zurückzubringen, damit sie inhaftiert und gefoltert werden, ist ein Verbrechen“, schrieb die Organisation.

Lampedusa sei die nächste sichere Anlaufstelle, behauptet die NGO. Hier droht jedoch dem Schiff die Konfiszierung. Am Dienstag wurde von der italienischen Regierung ein Sicherheitspaket verabschiedet, das Strafen gegen Rettungsschiffe einführt. Mit hohen Geldstrafen will die italienische Regierung NGOs endgültig davon abhalten, Bootsflüchtlinge im Mittelmeer zu retten.

Private Schiffe, die unerlaubt in italienische Hoheitsgewässer fahren, müssen demnach zwischen 10.000 und 50.000 Euro Strafe zahlen. Geldstrafen sollen gegen den Schiffskapitän, die Reederei und den Betreiber des Rettungsschiffes verhängt werden. Außerdem ist die Konfiszierung von Rettungsschiffen bei einem Verstoß gegen die internationalen Regeln vorgesehen.

apa

stol