Samstag, 22. Juni 2019

Trump zeigt sich zu Gesprächen mit Iran bereit

US-Präsident Donald Trump warnt im Konflikt mit dem Iran vor den fatalen Folgen eines Krieges. „Ich will keinen Krieg”, bekräftigte er im Interview mit dem TV-Sender NBC News. „Und wenn es dazu kommt, wird es eine Vernichtung geben, wie man sie noch nie gesehen hat. Aber ich will das nicht tun”, betonte er.

Neue Ankündigungen von US-Präsident Trump Foto: APA (AFP)
Neue Ankündigungen von US-Präsident Trump Foto: APA (AFP)

In dem Interview zeigte sich Trump dem Sender zufolge ohne Vorbedingungen offen für Unterredungen mit Irans geistlichem und staatlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei oder Präsident Hassan Rouhani.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich zuletzt zugespitzt. Trump stoppte nach eigener Darstellung wegen der erwarteten hohen Opferzahl einen Vergeltungsangriff nach dem Abschuss einer unbemannten US-Drohne kurzfristig. Weil mit 150 Toten gerechnet worden sei, habe er den geplanten Militärschlag für unverhältnismäßig gehalten und gestoppt, twitterte Trump. Die US-Waffen seien in der Nacht auf Freitag „geladen und gespannt” gewesen, er habe den Angriff aber 10 Minuten vor dem Start gestoppt.

Der Streit über die Drohne folgt auf einen Angriff auf 2 Öltanker aus Japan und Norwegen im Golf von Oman, für den die USA den Iran verantwortlich machen. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück.

Trump hatte iranischen Insidern zufolge dem Land bereits zuvor über den Oman mitgeteilt, er wolle keinen Krieg, sondern Gespräche. Für eine Antwort habe er eine kurze Frist gesetzt. Der Iran habe ebenfalls über Oman unmittelbar geantwortet und erklärt, eine Entscheidung obliege Ayatollah Khamenei.

UN-Sicherheitsrat tagt am Montag 

Die Vereinigten Staaten haben nach ihrem gestoppten Angriff auf den Iran eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates beantragt. Die Beratungen zu den „letzten Entwicklungen in Bezug auf den Iran” sollen am Montag hinter verschlossenen Türen stattfinden, verlautete aus Diplomatenkreisen. Zudem sollten neue Ermittlungsergebnisse zu den jüngsten Tanker-Vorfällen bekanntgegeben werden.

Ein UNO-Sprecher sagte, dass Generalsekretär Antonio Guterres einen Brief des Iran erhalten und an die Mitglieder des Sicherheitsrates weitergeleitet habe. In dem Schreiben, beschreibt der iranische UNO-Botschafter Majid Takht Ravanchi, dass die von Teheran abgeschossene US-Drohne in einer „eindeutigen Spionageoperation” unterwegs gewesen sei. Unter anderem waren demnach technische Vorrichtungen ausgeschaltet, um nicht identifizierbar zu sein.

Die iranische Seite habe mehrere Warnungen per Funk ausgesprochen, doch das unbemannte Flugzeug sei trotzdem in den Luftraum des Landes eingedrungen. Dies sei ein eklatanter Bruch internationalen Rechts und der Charta der Vereinten Nationen gewesen. Die USA dagegen besteht darauf, dass die Drohne über internationalem Gewässer geflogen sei, als sie abgeschossen wurde.

Gespräche mit Saudi-Arabien

Trump besprach am Freitag mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman die „Bedrohung” durch den Iran. Trump und der Thronfolger hätten über „Saudi-Arabiens Rolle bei der Gewährleistung der Stabilität” in der Region und auf dem „globalen Ölmarkt” gesprochen, erklärte das Weiße Haus. Dabei sei es darum gegangen, dass die iranische Führung eine „Eskalation” des Konflikts anstrebe.

Wie die USA machte Bin Salman den Iran vor einigen Tagen für die Angriffe auf die 2 Tanker verantwortlich. Der Kronprinz versicherte zugleich, sein Land wolle „keinen Krieg in der Region”. Riad werde aber „nicht zögern”, gegen „jedwede Bedrohung unseres Volks, unserer Souveränität, unserer territorialen Unversehrtheit und unserer zentralen Interessen” vorzugehen.

apa/ag.

stol