Mittwoch, 12. Dezember 2018

Trumps Ex-Anwalt Cohen zu 3 Jahren Haft verurteilt

Michael Cohen, der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, ist zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Strafmaß verhängte am Mittwoch ein Richter in New York.

Michael Cohen wurde zu 3 Jahren Haft verurteilt. - Foto: APA (AFP/Getty)
Michael Cohen wurde zu 3 Jahren Haft verurteilt. - Foto: APA (AFP/Getty)

Verurteilt wurde der 52-Jährige unter anderem wegen Verstößen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung, Steuerbetrugs und wissentlicher Falschaussagen gegenüber dem US-Kongress.

Mit dem Strafmaß blieb der Richter unter der Empfehlung von New Yorker Bundesanwälten. Sie hatten für Cohen eine Haftstrafe von etwa vier bis fünf Jahren nahegelegt.

Bei der Anhörung am Mittwoch äußerte er sich selbst vor Gericht. „Ich übernehme die volle Verantwortung für jede Tat, zu der ich mich schuldig bekannt habe: Meine persönlichen und diejenigen, an denen der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika beteiligt war“, sagte Cohen laut CNN. Er habe es immer wieder als seine Pflicht empfunden, „seine schmutzigen Taten zu vertuschen“.

Sowohl FBI-Sonderermittler Robert Mueller als auch der Kongress prüfen, ob es im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 durch Russland Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gegeben hat. Trump wie auch die Regierung in Moskau haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Cohen, über ein Jahrzehnt einer der engsten Vertrauten Trumps, kooperiert mit Mueller.

Ins Gefängnis geschickt wurde Cohen unter anderem wegen seiner Lügen gegenüber dem Kongress hinsichtlich eines vom Trump-Konzern während des Wahlkampfs verfolgten Immobilienprojekts in Moskau. Cohen hatte eingeräumt, den US-Kongress diesbezüglich angelogen zu haben. Demnach wurde das Projekt noch weit bis in den Wahlkampf 2016 hinein verfolgt – anders als von Cohen ursprünglich angegeben.

Mit seinen Aussagen hat Cohen seinen ehemaligen Chef unter massiven Druck gesetzt. So sagte er auch aus, dass Trump die Schweigegeldzahlungen an zwei seiner angeblichen früheren Sexpartnerinnen Trumps, angeordnet habe. Für die Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das frühere „Playboy“-Model Karen McDougal, während des Wahlkampfs 2016 wurde Cohen ebenfalls verurteilt. Die Strafverfolger sahen darin Verstöße gegen die Regelungen zur Wahlkampffinanzierung, also illegale Wahlkampfspenden an Trump.

apa/afp

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stol