Freitag, 22. März 2019

Venezuelas Geheimdienst verhaftet Guaidós Büroleiter

Im eskalierenden Machtkampf in Venezuela geraten die engsten Mitarbeiter des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó ins Visier der regierungstreuen Sicherheitskräfte. Agenten des Geheimdienstes Sebin verhafteten am Donnerstag Guaidós Büroleiter Roberto Marrero.

Der selbsternannte Präsident Guaido im Machtkampf mit Maduro. - Foto: APA (AFP)
Der selbsternannte Präsident Guaido im Machtkampf mit Maduro. - Foto: APA (AFP)

Der 49-Jährige habe eine Terrorzelle angeführt, die durch Attentate auf Politiker, Militärs und hohe Richter das südamerikanische Land destabilisieren wollte, sagte Innenminister Néstor Reverol. Nach Angaben der Opposition stürmten Geheimdienstbeamten in den frühen Morgenstunden das Haus von Marrero. Bei der Durchsuchung hätten sie 2 Gewehre und eine Granate deponiert, um falsche Beweise zu fabrizieren, sagte der Fraktionschef von Guaidós Oppositionspartei Voluntad Popular und Marreros Nachbar, Sergio Vergara.

Bei der Durchsuchung seien Kriegswaffen und Bargeld in ausländischen Währungen sichergestellt worden, sagte Innenminister Reverol. Die Terrorzelle habe Söldner aus Kolumbien und Mittelamerika angeheuert, um durch gezielte Mordanschläge das Land ins Chaos zu stürzen. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelte auch wegen Attentatsplänen gegen Präsident Nicolás Maduro.

Bitterer Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó

Nach Angaben von Marreros Anwalt Joel García wurde sein Mandant in das Geheimdienstgefängnis Helicoide in Caracas gebracht. In der berüchtigten Haftanstalt saß bis vor kurzem auch der deutsche Journalist Billy Six ein.

Seit Wochen liefern sich Staatschef Maduro und Oppositionsführer Guaidó einen erbitterten Machtkampf. Zwar haben viele vornehmlich westliche Länder Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt, allerdings konnte er in Venezuela selbst noch keine echte Machtposition aufbauen. Vor allem die Führungsriege des mächtigen Militärs hält bisher noch zu Maduro.

Marreros Ehefrau ging davon aus, dass sich die Festnahme ihres Mannes eigentlich gegen Oppositionsführer Guaidó richtete. 

apa/dpa

stol