Montag, 2. Mai 2022

Karl Zeller weigert sich weiterhin hartnäckig – Entscheidung vertagt

Gert Lanz und Thomas Widmann haben ihre Posten verloren, Christoph Perathoner wird morgen seinen Rücktritt bekanntgeben. Nur Karl Zeller weigert sich bislang hartnäckig, als Vize-Obmann der SVP zurückzutreten. Am heutigen Montag hätte in der Parteileitung eine Entscheidung fallen sollen, wie man diesbezüglich weiter vorgeht. Doch diese Entscheidung wurde vertagt. Zeller fällt mit seiner Weigerung zurückzutreten sowohl dem Landeshauptmann als auch dem SVP-Obmann in den Rücken. Deren Forderung war nämlich, dass alle 4 Genannten ihre Posten abgeben.

Wie wird die SVP in Sachen Karl Zeller entscheiden? - Foto: © eg - Erika Gamper

Es war am 1. April, als SVP-Obmann Philipp Achammer und Landeshauptmann Arno Kompatscher nach einer gemeinsamen Sitzung von Parteileitung und SVP-Fraktion die Marschrichtung in der Abhör-Affäre vorgaben: Vize-Obmann Karl Zeller, Landesrat Thomas Widmann, Fraktionssprecher Gert Lanz und der Bozner Bezirks-Obmann Christoph Perathoner sollten von ihren Posten zurücktreten.

Lanz und Widmann haben ihre Posten verloren, Perathoner will morgen zurücktreten

In den folgenden 4 Wochen hat sich dann – nach weiteren Krisensitzungen und Gesprächen – so einiges getan: Gert Lanz ist von sich aus als Fraktionssprecher zurückgetreten und ist damit einer drohenden Vertrauensabstimmung zuvorgekommen.

Thomas Widmann ist seit der Verkleinerung der Landesregierung am vergangenen Freitag nicht mehr Mitglied der Landesregierung, bleibt aber Landtagsabgeordneter.

Und Christoph Perathoner wird am morgigen Dienstag im Rahmen der Sitzung des SVP-Bezirks Bozen seinen Rücktritt als Bezirks-Obmann bekanntgeben.


Karl Zeller - Foto: © ki


Entscheidung über Zeller vertagt

Nur Karl Zeller hat sich bislang hartnäckig geweigert, der Aufforderung des Landeshauptmanns und des Parteiobmanns nachzukommen und als Vizeobmann der SVP zurückzutreten.

Zwischenzeitlich wollte man sogar die Landesversammlung, die am 3. September stattfinden wird, auf Juni vorverlegen, um dort die Parteispitze neu zu wählen. Zeller hat nämlich angekündigt, sich im Herbst nicht erneut um den Posten des Vize-Obmanns bewerben zu wollen. Dieser Plan wurde aus Zeitgründen verworfen.

Inzwischen hat es mehrere Gespräche zwischen Obmann Achammer und seinem Stellvertreter gegeben. Achammer sagte, die Gespräche sollen dazu führen, dass Zeller von sich aus zurücktrete.

Doch dies scheint eher unwahrscheinlich. Daher wollte Achammer der Parteileitung am heutigen Montag mitteilen, wie er diesbezüglich weiter vorgehen wolle.

Daraus wurde nun aber doch nichts. Die Entscheidung zur Position wurde vertagt.

sor

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Hermann Zanier
2. Mai 2022 14:45
Es sind und bleiben Weicheier, das ist der schwere politische Fehler; lieber die Partei zugrunde richten, als den Anstand walten lassen (beideSeiten)