Sonntag, 11. November 2018

„Weltkriegs-Gipfel“ in Paris

Genau 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs empfängt Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron am heutigen Sonntag (ab 09.30 Uhr) rund 60 Staats- und Regierungschefs in Paris. Höhepunkt wird eine gut einstündige Feier im Schatten des Triumphbogens sein.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron möchte mit dem Weltkriegsgedenken ein Zeichen für die Gegenwart setzen.
Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron möchte mit dem Weltkriegsgedenken ein Zeichen für die Gegenwart setzen. - Foto: © APA/AFP

Erwartet werden die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Donald Trump, der russische Präsident Wladimir Putin sowie der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan und zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs.

In dem verheerenden Krieg von 1914 bis 1918 starben fast neun Millionen Soldaten und mehr als sechs Millionen Zivilisten. Der Waffenstillstand mit dem Deutschen Reich wurde am 11. November 1918 in der Nähe von Compiegne in Nordfrankreich unterschrieben.

Macron warnt vor Populismus

Am Nachmittag wird Kanzlerin Merkel das Friedensforum (15.30 Uhr), mit einer Rede eröffnen. Dort werden auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres und Macron sprechen. Macron wolle nach dem Weltkriegsgedenken ein Zeichen für die Gegenwart setzen und deutlich vor Nationalismus und Populismus warnen, hieß es aus dem Elyseepalast.

Der 40-Jährige geht in Europa hart gegen den rechtskonservativen ungarischen Regierungschef Viktor Orban oder den italienischen Lega-Politiker und Innenminister Matteo Salvini vor.

Paris protestiert gegen Trump

Macrons Gast Donald Trump hatte sich im Wahlkampf vor den US-Kongresswahlen offen zum Nationalisten erklärt. Der Chef des Weißen Hauses will nicht zum Friedensforum kommen und plant stattdessen, den US-Militärfriedhof in Suresnes westlich von Paris zu besuchen.

Den Besuch eines anderen US-Friedhofes hatte Trump am Samstag aber kurzfristig abgesagt. In Paris soll es am Nachmittag eine Demonstration gegen Trump geben. Die Polizei warnte vor potenziellen Gewalttätern. Am Wochenende sind laut Medien rund 10.000 Sicherheitskräfte in der Hauptstadt im Einsatz.

apa/dpa

stol