Donnerstag, 14. Mai 2015

Wem gehört der Erfolg der Bürgerlisten?

Die Bürgerlisten gehören unbestritten zu den Siegern der Gemeinderatswahlen. Kaum verwunderlich also, dass sich auch andere politische Bewegungen im Licht der Aufsteiger sonnen wollen. Wem gehört der Erfolg der Bürgerlisten?

Die Freiheitlichen konnten bei den diesjährigen Gemeinderatswahlen nicht auf ganzer Linie überzeugen: Obmann Walter Blaas schaffte es in Brixen nicht in die Stichwahl ums Bürgermeisteramt und attestierte seiner Partei insgesamt ein knapp positives Ergebnis. "Durchwachsen", hieß es von den Blauen.

Die Grünen wiederum zeigten sich nach der Wahl "insgesamt zufrieden". Besonders in Meran sei man begeistert über das "phantastische Wahlergebnis von Paul Rösch mit der grünen Liste". 

Stocker: Foppa verkauft Bürgerlisten als grünen Erfolg

Aussagen wie diese stoßen Sigmar Stocker sauer auf. Der blaue Landtagsabgeordnete rebelliert. „Es ist schon interessant, wenn Foppa meint, dass die Südtiroler Bürgerlisten politisch grüne Werte vertreten", greift der blaue Landtagsabgeordnete seine Kollegin von den Grünen an.

„Jetzt so zu tun, als seien sie ein Erfolg der Grünen ist schon schäbig. Foppa verwendet die Bürgerlisten für die Grünen, weil die eigene Partei selbst nie aus den Städten herauskommt“, meint er.

Foppa: Stocker soll sich aufs eigene Ergebnis konzentrieren

Einen Tadel, den die Grünen nicht auf sich sitzen lassen wollen. Brigitte Foppa reagiert prompt. In einer Pressemitteilung weist sie und Giorgio Zanvettor, Co-Landesvorsitzender der Grünen, die Vorwürfe zurück.

„Es ist bekannt, dass die Bürgerlisten eigenständige Identitäten haben, die untereinander auch ganz unterschiedlich sind“, stellt Foppa klar. „Dass einige ökosozialer Ausrichtung sind, erlaubt es uns, uns auch über gute Ergebnisse (mit) zu freuen.“ Bei den Grünen gehöre es zur Tradition, auf Kandidaturen in jenen Ortschaften zu verzichten, wo es bereits Listen gebe, die die eigenen Werte mitvertreten, schreibt Foppa.

Und: „Sigmar Stocker tut gut daran, seine Gedanken auf die Analyse des eigenen Wahlergebnisses zu konzentrieren.“

stol

stol