Wer hätte das noch vor 2 Jahren geglaubt? Man wusste von der Spanischen Grippe. Man hatte darüber gelesen oder davon gehört. Von dem Virus, das plötzlich über die Welt hereinbrach und rund 50 Millionen Todesopfer hinterließ.<BR /><BR /> Von den 2 Weltkriegen ganz zu schweigen. Viele von uns haben das Wissen über die Weltkriege nicht nur von der Schule. Viele hatten noch die Möglichkeit, Zeitzeugen von damals kennenzulernen. Mit ihnen über die grausamen Geschehnisse zu reden. Wer aber hätte noch vor 2 Jahren geglaubt, dass beides nun wieder Realität werden würde: eine weltweite Pandemie und ein Krieg mitten in Europa? Wohl niemand. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-53123590_quote" /><BR /><BR /><BR />Es gibt aber eine eingeschworene Gruppe von Leuten – auch in Südtirol –, für die findet beides nicht statt: weder die Pandemie, noch der Krieg in der Ukraine. Das muss man sich einmal vorstellen: Die Pandemie hat in Südtirol mittlerweile über 1400 Todesopfer gefordert.<BR /><BR /> Nichtsdestotrotz bezeichnet diese Gruppe das Virus als „ihren Freund“. Die Medien werden natürlich als Lügenpresse beschimpft und die Politiker als Handlanger der Pharmaindustrie. <BR /><BR />Dieselbe Gruppe sagt nun, dass es den Krieg in der Ukraine – mitten in Europa – gar nicht gebe. Das seien doch wieder dieselben Lügen der Medien und der Politiker, heißt es. Man wolle die Bürger nur hinters Licht führen und ihnen etwas vorgaukeln. Dunkle Mächte seien am Werk. <BR /><BR /><embed id="dtext86-53123594_quote" /><BR /><BR /><BR />Man müsste eigentlich lachen, wenn das alles nicht so unfassbar traurig wäre. Dass es Personen gibt, die ob der neuen mRNA-Technologie zu Beginn der Corona-Impfungen skeptisch waren, konnte ich noch einigermaßen nachvollziehen. Mittlerweile weiß man aber, wie gut die Impfstoffe funktionieren und muss der Wissenschaft mehr als dankbar sein.<BR /><BR /> Dass man nun aber sogar so weit geht und den Krieg in der Ukraine leugnet, das ist Wahnsinn. Wie fern der Realität muss man sein, die grausamen Bilder, die tagtäglich von den Kriegsschauplätzen zu sehen sind, zu leugnen? Wie fern der Realität muss man sein, die Opfer des Krieges zu leugnen? <BR /><BR />Normalerweise würde ich bei solch realitätsfremden und ignoranten Ansichten frei nach Karl Kraus sagen: „Net amol ignorieren“. <BR /><BR />Aber diese Aussagen, den Krieg gebe es nicht, sind nicht nur dumm und realitätsfremd. Sie zeugen von einer Verharmlosung der Kriegsopfer. Sie zeugen von einem gefährlichen Weltbild. Diese Aussagen sind einfach nur erbärmlich. Erbärmlich und menschenverachtend.<BR /><BR /><BR />