Mittwoch, 18. April 2018

Wiedereinführung der Feiertage: Bischof „überzeugter“ Unterstützer

Die Wiedereinführung der 1977 abgeschafften kirchlichen Festtage als öffentliche Feiertage findet auch die „volle und überzeugte“ Unterstützung von Bischof Ivo Muser. In einer Aussendung am Mittwoch betont er aber auch, dass es mit zusätzlicher arbeitsfreier Zeit nicht getan sei: „Wir brauchen nicht mehr freie Tage, wir brauchen unsere Feiertage.“

Bischof Ivo Muser ist für die Wiedereinführung einiger Feiertage.
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Bischof Ivo Muser ist für die Wiedereinführung einiger Feiertage. - Foto: © STOL

„Die Einführung dieser kirchlichen Festtage als öffentliche Feiertage findet meine volle und überzeugte Unterstützung - aber nicht als freie Tage, sondern als Feiertage“, sagt Bischof Muser.

Er halte es, so der Diözesanbischof weiter, für eine vorrangige Aufgabe der Kirche heute, für das einzutreten, was keinen Profit bringe: „für die heilige Zeit, für unsere Festtage, und allem voran für den Sonntag, den kirchlichen Urfeiertag, das wöchentliche Osterfest“. 

Nicht nur „ponte“ machen: Feiertage als Feiertage begehen

Bischof Muser hatte bereits 2014 beim Treffen mit der Südtiroler Landesregierung die Wiedereinführung des Josefitages (19. März) als gesetzlichen Feiertag in Südtirol angeregt. Auch jetzt sei er sehr für die Initiative, die die Wiedereinführung von kirchlichen Festtagen als öffentliche Feiertage zum Ziel hat.  „Die Motive und Begründungen, die 1977 in Italien zur staatlichen Abschaffung dieser Festtage geführt haben, überzeugen mich nicht. Und diese Abschaffung empfinde ich als kirchlich-gesellschaftlichen Verlust“, so der Bischof. „Ich sage aber auch dazu: Wir brauchen nicht mehr freie Tage, wir brauchen unsere Feiertage! Wenn Sonn- und Feiertage nicht mehr sind als freie Tage, nur mit der Möglichkeit, ‚ponte‘ zu machen, länger zu schlafen, wegzufahren, noch mehr zu konsumieren und zu produzieren, dann brauchen wir sie nicht“, ist Bischof Muser überzeugt. 

Kern des Feiertags ist der Gottesdienst

„Sonn- und Feiertage sind ein hohes Kulturgut im Dienst der Gemeinschaft, der verbindenden Werte, der Zusammengehörigkeit, des Glaubens. Wir brauchen den Sonntag und unsere Feiertage mit ihren sozialen, familiären, kulturellen und religiösen Chancen! Die Mitte des christlichen Sonn- und Feiertags ist der Gottesdienst. Wie ernst es uns mit der Wiedereinführung der leider abgeschafften öffentlichen Feiertage ist, können wir dadurch zeigen, wie wir umgehen mit den Sonn- und Feiertagen, die wir noch haben“, schließt der Bischof.

stol

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