Montag, 27. April 2015

"Ziel ist es, das Ergebnis zu halten"

Nein, es war keine leichte Vorwahlzeit für die SVP. Das gibt auch der Parteiobmann zu. Nun weiß man allerdings doch 2000 SVP-Kandidaten um sich: kompetente Personen, jünger und weiblicher, eine ausgewogene Liste, sagt Philipp Achammer. Auch wenn einige bekannte Gesichter fehlen.

Philipp Achammer
Badge Local
Philipp Achammer

Es sei derzeit keine einfache Zeit für Parteien, ja für die Politik, sagt Achammer. Das spürt auch Südtirols größte Partei, die SVP.

10.000 Mitglieder gingen dem Edelweiß letzthin verloren: Ende des Jahres erreichte das Edelweiß mit rund 39.000 Mitgliedern ein historisches Tief. Die Suche nach Kandidaten für die Gemeinderatswahlen war selten so mühsam wie dieses Mal.

"Ich würde nicht von Desinteresse sprechen", balanciert der Obmann der Volkspartei auf einer Pressekonferenz in der SVP-Zentrale in der Bozner Brennerstraße am Montagnachmittag. "Eher von weniger Interesse."

"Keine einfache Wahlvorbereitung"

Und: "Wir geben zu, dass die Wahlvorbereitung in den Ortsausschüssen keine einfache war." Doch nun, wenige Tage vor der Wahl, könne man auf 2000 Personen auf Edelweiß-Listen verweisen.

Zwar sind dies 440 weniger als noch vor fünf Jahren. Aber: Die SVP stellt damit immerhin 46 Prozent aller Kandidaten im Land. Und es seien kompetente Kandidaten, betont Achammer. Solche, die vor Ort Verantwortung übernehmen wollen. 

"Ergebnis halten"

In 109 von 116 Südtiroler Gemeinden wird am 10. Mai ein neuer Gemeinderat gewählt. In 101 davon stellt die SVP heute den Bürgermeister. Und rund 58 Prozent aller Gemeinderäte entstammen den Reihen des Edelweißes. Ziel für diese Wahl sei es, dieses Ergebnis zu halten, erklärte der Parteiobmann.

Selbst der Bildung von "Kleinen Edelweiß"-Listen kann der Obmann Positives abgewinnen: Mit 26 sei deren Zahl weit geringer als erwartet, sagt er.

Noggler soll Gemeindeliste unterstützt haben: Folgen?

Fakt ist aber auch: Gar einige SVP-Politiker treten dieses Mal in Konkurrenz zur Mutterpartei an. Es sind dies zumeist keine einfachen Mitglieder, sondern langjährige SVP-Exponente. Der Sterzinger Bürgermeister Fritz Karl Messner, einige seiner Stadträte, Räte aus Mals, Brenner und Niederdorf.

Sie alle wurden am 13. April, in einer Sitzung der SVP-Parteileitung, aus der Partei ausgeschlossen. Die SVP duldet es nicht, wenn sich ihre Mitglieder auf anderen Listen der Wahl stellen. Oder diese unterstützen.

Aktuell bläst dem SVP-Landtagsabgeordneten Sepp Noggler harscher Wind entgegen. Er soll die Bildung der Offenen Gemeindeliste Mals, einer Bürgerliste und somit einer Konkurrenzliste zur SVP, gefördert haben.

Philipp Achammer, der auf der SVP-Landesversammlung vor ein paar Wochen meinte: „Ich erwarte, nein, ich verlange, dass kontroverse Diskussionen in der Partei und nicht öffentlich ausgetragen werden“, möchte dieses Thema lieber nicht im Detail behandeln. Er sagt: "Diese Diskussion werden wir erst noch intern führen." 

stol

stol