Donnerstag, 04. August 2016

1904: III. Olympische Sommerspiele St. Louis (USA)

Wieder fällt Olympia mit einer Weltausstellung zusammen, aber mit deutlich höherer Wertschätzung. Zum ersten Mal werden Gold-, Silber- und Bronzemedaillen verliehen, auf denen zudem die jeweilige Disziplin vermerkt ist.

Das offizielle Olympia-Plakat von St. Louis 1904.
Das offizielle Olympia-Plakat von St. Louis 1904.

  • Dauer: 1. Juli bis 23. November – wieder fast 5 Monate, wieder während einer Weltausstellung
  • 651 Athleten – davon nur 6 Damen – aus 12 Nationen
  • 94 Wettbewerbe in 17 Sportarten
  • Letztmals mit gemischten Nationalmannschaften, z. B. im Fechten.
  • Offizielle Eröffnung durch David Francis, Chef des Organisationsbüros der Weltausstellung St. Louis 1904
  • Die Leistungen der USA-Sportler in Athen und Paris lassen im IOC den Wunsch wach werden, die Spiele von 1904 nach Übersee zu vergeben. Nach verschiedenen Querelen erhält schließlich St. Louis den Zuschlag, nachdem zuvor Chicago bzw. New York geplant waren.
  • Wie schon Paris ist auch St. Louis zugleich Ort der Weltausstellung; so werden die Olympischen Spiele, denen de Coubertin fernbleibt, auch diesmal zum Anhängsel, wenngleich mit höherer Wertschätzung.
  • Viele Länder scheuen die lange Anfahrt und die enormen Reisekosten und bleiben den Spielen fern. So treten den Sportlern aus dem Gastgeberland und Kanada nur etwa 50 Ausländer gegenüber.
  • Die vielfach hochwertigen Leistungen werden mit kostspieligen Pokalen und zum ersten Mal auch mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, auf denen die entsprechende Disziplin vermerkt ist, belohnt. Dafür werden auch Startgelder von den Aktiven verlangt.
  • Stars der Spiele:
    • Archie Hahn (USA): Der „Milwaukee Meteor“ gilt als erster Sprinterkönig bei Olympia und gewann in St. Louis Gold auf allen 3 Sprintstrecken (60 m, 100 m und 200 m). Sein olympischer Rekord über 200 Meter wurde erst 1932 verbessert. Hahn arbeitete auch mit psychologischen Tricks und verleitete die Konkurrenz gleich serienweise zu Fehlstarts, die damals noch zum Zurücksetzen hinter die Startlinie führten.
    • Ramón Fonst (Kuba): Schon 4 Jahre zuvor wurde er 1900 in Paris als 16-Jähriger zum jüngsten Fechtolympiasieger aller Zeiten. 1904 ist er als erster Fechter in 2 Waffenarten (Florett und Degen) siegreich.

stol