Donnerstag, 04. August 2016

1968: XIX. Olympische Sommerspiele in Mexiko-Stadt

Nachdem das IOC die Spiele an die nach Expertenmeinung völlig chancenlose Bewerberstadt Mexico-City vergeben hatte, sagten Kritiker den Wettbewerben wegen der extremen Höhenlage von mehr als 2200 Metern eine schlimme Bilanz voraus. Völlig zu Unrecht, wie z.B. der Weitsprungbewerb der Männer untermauerte.

Das offizielle Olympia-Poster von 1968.
Das offizielle Olympia-Poster von 1968.

  • Dauer: 12. Oktober bis 27. Oktober 
  • 5516 Athleten aus 112 Nationen. 
  • 172 Wettbewerbe in 20 Sportarten; Judo-Wettbewerbe gibt es diesmal nicht.
  • Bei der Niederschlagung von gegen die Spiele gerichteten Studentenunruhen starben zehn Tage vor der Eröffnung schätzungsweise 200 bis 300 Studenten. Die Spiele verlaufen unter ständiger Militärpräsenz.
  • Sämtliche Teilnehmerrekorde werden gebrochen; zum ersten Mal nehmen Abordnungen aus mehr als 100 Ländern teil, darunter erstmals auch zwei selbständige deutsche Mannschaften.
  • Für unerwartete Schlagzeilen sorgen farbige US-Athleten - ihre Proteste gegen die Rassendiskriminierung auf den Siegerpodesten und bei den Pressekonferenzen machen die Spiele von Mexiko zum Politikum.
  • Die junge DDR gerät zum "shooting star" unter den Olympiateams - 9 Gold-, 9 Silber- und 7 Bronzemedaillen bringen sie auf den 5. Rang des Medaillenspiegels, 3 Ränge vor der BRD (5/11/10).
  • Offizielle Eröffnung durch Staatspräsident Gustavo Diaz Ordaz
  • Klaus Dibiasi zum zweiten: Der Weltklasse-Wasserspringer gewinnt 2 Medaillen: Gold vom 10-Meter-Turm und Silber vom 3-m-Brett - seine 2. und 3. von 5 Olympiamedaillen bei 4 olympischen Spielen. 
  • Stars der Spiele:
    • Bob Beamon (USA): Am 18. Oktober 1968 um 15.42 Uhr katapultierte sich der Weitspringer in die Sportbücher. Er schwebte über die Sprunggrube hinweg, deren elektronische Messeinrichtung auf 8,60 m ausgelegt worden war. Ein Stahlmaßband musste her... 8,90 m! Ein superschneller Anlauf, ein supergünstiger Absprungwinkel und wohl auch ein bisschen die mexikanische Höhenluft hatten einen Weltrekord ermöglicht, der 23 Jahre bestand.
    • Vera Cáslavská (CSSR): Zweimal, 1964 und 1968, war die Turnerin die erfolgreichste Frau der Spiele. In Mexico-City, wo sie 4 Gold- und 2 Silbermedaillen gewann, wurde die Pragerin zum Publikumsliebling, wohl auch deshalb, weil sie am Tag nach dem Finale in der Kathedrale von Mexico-City den Mittelstreckenläufer Josef Odlozil heiratete.

stol