Sonntag, 05. Juli 2015

Angerers Karriere-Ende: „Spüre noch keine Wehmut“

Unspektakuläres und eher trauriges Ende einer glanzvollen Karriere: Deutschlands Torhüterin Nadine Angerer, deren Vater Südtiroler Wurzeln hat, ist nach 19 Jahren mit einer Niederlage von der internationalen Fußball-Bühne abgetreten.

Die Nummer eins des deutschen Damenfußballs verabschiedet sich vom internationalen Fußball-Parkett.
Die Nummer eins des deutschen Damenfußballs verabschiedet sich vom internationalen Fußball-Parkett. - Foto: © APA/EPA

„Ich verspüre immer noch keine Wehmut“, sagte „Natze“ nach dem 0:1 gegen England im kleinen WM-Finale in Edmonton. Die komme sicher in ein paar Wochen, wenn sie zur Ruhe gekommen sei. „In den letzten Wochen war ich total fokussiert auf die Weltmeisterschaft und hatte noch gar keine Zeit darüber nachzudenken, dass es jetzt mein letztes Länderspiel war.“

Typisch für die 36 Jahre alte Spielführerin der DFB-Elf, dass sie sich direkt nach den 120 intensiven Minuten im Commonwealth-Stadion erstmal um die in Tränen aufgelöste Nummer zwei im deutschen Tor und designierte Nachfolgerin kümmerte, Almuth Schult. „Wir sind ja ein Dreamteam. Ich musste sie trösten, weil sie so geweint hat“, erzählte Angerer und fügte augenzwinkernd an: „Wahrscheinlich wegen mir.“

Natürlich hatte sich die Weltfußballerin von 2013 zum Abschluss den WM-Titel erträumt. Nun war ihr nach 146 Länderspielen nicht einmal vergönnt, WM-Bronze mit nach Portland zu nehmen. „Das trübt es ein wenig.“

Am Wochenende spielt Angerer mit ihrem Club in New York. Das Durchatmen und Verarbeiten muss in den Herbst verschoben werden. Vielleicht kommt sie dazu ja in die Heimat ihres Vaters, nach Südtirol.

dpa

stol