Freitag, 06. Oktober 2017

Argentinien vor WM-Aus: Nur 0:0 im „Endspiel” gegen Peru

Der zweifache Weltmeister Argentinien droht nach einem 0:0 gegen den direkten Konkurrenten Peru erstmals seit fast 50 Jahren wieder eine Fußball-Weltmeisterschaft zu verpassen. Das Team um Superstar Lionel Messi vom FC Barcelona fand kein Rezept gegen die Defensive der Gäste, Messi scheiterte in der 46. Minute am Pfosten.

Messi und Co könnten bei der WM nur zuschauen. - Foto: APA (AFP)
Messi und Co könnten bei der WM nur zuschauen. - Foto: APA (AFP)

Als derzeit Sechster wäre Argentinien nicht in Russland 2018 dabei - am Dienstag muss das Team von Trainer Jorge Sampaoli am letzten Spieltag in Ecuador antreten. Die Albiceleste tat sich in Buenos Aires trotz der frenetischen Unterstützung der rund 50.000 Fans in der „Bombonera” - dem für seine Atmosphäre berüchtigten Stadion der Boca Juniors - schwer. Peru liegt dank der besseren Tordifferenz weiter vor Argentinien und kann sich erstmals seit 1982 wieder für eine WM qualifizieren. Zudem zog Chile durch ein 2:1 gegen Ecuador vorbei.

Brasilien und Uruguay kamen im vorletzten WM-Qualifikationsspiel gegen die schwächsten Teams des südamerikanischen Kontinents jeweils nicht über ein Remis hinaus. Die „Selecao” spielte auswärts gegen Bolivien ebenso 0:0 wie Uruguay in Venezuela.

Das offensiv wie defensiv stärkste der zehn südamerikanischen Team (38:11 Tore) ließ nichts unversucht, um den 12. Sieg im 17. Spiel einzufahren. Das 0:0 in der Höhe von La Paz auf 3.640 Metern über Meer war das zweite Unentschieden in Folge nach dem 1:1 in Kolumbien und davor neun Siegen hintereinander.

Brasilien bestimmte die Gangart, scheiterte aber immer wieder am bolivianischen Goalie Carlos Lampe. Allein in den letzten sieben Minuten kam Manchester Citys Gabriel Jesus zweimal nicht am Keeper des Heimteams vorbei.

Auf die Rangliste hat der Punktverlust keine Auswirkung. Brasilien, das in Bolivien letztmals vor 32 Jahren ein WM-Qualifikationsspiel gewann, hat sein WM-Ticket für 2018 seit März dieses Jahres auf sicher.

Die einzige negative Nachricht für Brasilien war das verletzungsbedingte Ausscheiden von Innenverteidiger Thiago Silva. Der Abwehrchef von Paris Saint-Germain musste wegen Schmerzen im rechten Oberschenkel nach weniger als einer halben Stunde ausgewechselt werden.

Uruguay hätte sich mit einem Sieg in Venezuela als zweites südamerikanisches Team vorzeitig für die WM in Russland qualifizieren können. Doch die bisher zweitklassierte „Albiceleste” kam beim abgeschlagenen Letzten ebenfalls nicht über ein torloses Remis hinaus. In der Schlussphase vergaben die Starstürmer Edinson Cavani und Luis Suarez aus aussichtsreicher Position das 1:0.

Die ersten Vier qualifizieren sich direkt für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Der Fünfte kann sich über zwei Play-Off-Spiele gegen Ozeanien-Vertreter Neuseeland noch qualifizieren. Qualifiziert ist bisher nur Brasilien (38 Punkte), dahinter liegen Uruguay (28), Chile (26), Kolumbien (26) Peru (25) und Argentinien (25). Zudem hat Paraguay (24 Punkte) durch ein 2:1 in Kolumbien auch noch Chancen.

Damit kommt es zu einem Herzschlagfinale am letzten Spieltag, Chile spielt in Brasilien, Peru zu Hause gegen Kolumbien und Paraguay gegen Venezuela. Argentinien hat bisher einmal eine Weltmeisterschaft verpasst - durch ein 2:2 gegen Peru, ebenfalls in der Bombonera, am letzten Spieltag der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1970.

apa/dpa

stol