Montag, 12. September 2016

Boxen: Weltmeister Fury schwänzt Pressekonferenz vor Klitschko-Kampf

Boxweltmeister Tyson Fury hat erneut eine Kostprobe seiner unkonventionellen Methoden gegeben und die Pressekonferenz mit Wladimir Klitschko in London geschwänzt. Angeblich habe er eine Autopanne gehabt und sei dann in einen Stau geraten, hat sein Management am Montag mitgeteilt.

Wladimir Klitschko freut sich auf die Möglichkeit zur Revanche.
Wladimir Klitschko freut sich auf die Möglichkeit zur Revanche. - Foto: © APA/EPA

Im Auditorium wurde gelacht. An den Wahrheitsgehalt der Entschuldigung glaubte niemand. „Ich habe Geduld“, erwiderte Klitschko. „Ob er mit dem Fahrrad kommt oder wie auch immer, Hauptsache er erscheint pünktlich zum Kampf.“ Das Duell mit dem 28-jährigen Briten findet am 29. Oktober in Manchester statt.

Klitschko will Revanche

Klitschko nahm die neuerlichen Eskapaden seines Rivalen gelassen hin. „Das haut mich nicht mehr um. Egal, was passieren wird, ich werde von nichts überrascht sein“, meinte der 40-jährige Ukrainer. Der Ex-Weltmeister brennt auf das Duell. „Ich bin besessen, ihn eindrucksvoll zu besiegen und mir meine Gürtel zurückzuholen. Es ist kein Kampf, es ist eine Revanche. Ich wünsche mit den besten Fury im Ring“, sagte er.

Furcy: "Fury ist der Beste"

Furys Rolle auf dem Podium übernahm dessen Trainer und Onkel Peter Fury. „In Deutschland hat der Beste gewonnen“, meinte er und erinnerte an den ersten Kampf am 29. Oktober 2015 in Düsseldorf. Damals verlor Klitschko überraschend nach Punkten und büßte seine WM-Gürtel ein. „In Manchester stehen die Chancen 50:50. Aber Tyson ist der beste Schwergewichtler der Welt“, versicherte Peter Fury.
Sein Neffe ist für seine unorthodoxen Auftritte und verbalen Ausfälle bekannt. Der 2,06 Meter große Champion hat in der Vergangenheit Minderheiten beleidigt, Homosexuelle beschimpft und sich als Antisemit präsentiert.

Lange Verhandlungen vor Boxkampf

Ursprünglich sollte das Duell um die Gürtel von WBO, WBA und IBO am 9. Juli ausgetragen werden. Fury hatte den Kampf aber wegen einer angeblichen Knöchelverletzung verschieben lassen. Wenige Tage später war er während der Fußball-EM mit englischen Fans in einer französischen Bar feiernd und tanzend fotografiert worden.
Monatelang hatte es Streit um den Kampfvertrag gegeben. Klitschko hatte vor wenigen Wochen gedroht: „Um meine eigenen Rechte zu schützen und den Rückkampf zu sichern, bin ich gezwungen, vor Gericht zu ziehen.“ Es sah zunächst so aus, als würde die Neuauflage platzen. Klitschkos Manager Bernd Bönte sprach von „absurden Forderungen“.

Der 1,98 Meter große Klitschko hat von 68 Profi-Kämpfen 64 gewonnen. Fury ist in 25 Kämpfen unbesiegt.

apa/dpa

stol