Dienstag, 03. März 2015

Doping-Bericht sorgt für Aufschrei: Deutsche Ex-Profis distanzieren sich

Dieser Bericht hat es in sich. In der Bundesliga soll in den 1970er und 1980er Jahren regelmäßig Anabolika verabreicht worden sein. Der Bund Deutscher Radfahrer hat angeblich fast flächendeckend anabole Steroide an Sportler verteilt. Der Ruf nach Aufklärung wird laut.

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Systematisches Anabolika-Doping im deutschen Profifußball? Flächendeckendes Doping im Bund Deutscher Radfahrer? Die Vorwürfe der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin haben für einen Aufschrei gesorgt. Der Ruf nach lückenloser Aufklärung ist laut, frühere Spitzensportler weisen angebliche Doping-Praktiken entschieden zurück.

„Weit entfernt, über Doping nachzudenken“

„Wir waren weit entfernt, über Doping nachzudenken“, versicherte der frühere Stuttgarter Torwart Helmut Roleder gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Ich kann den VfB von irgendwelchen Doping-Geschichten absolut freisprechen.“

Der frühere deutsche Radstar Dietrich Thurau zeigte sich von den Anschuldigungen gegen den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) über nahezu flächendeckendes Doping von 1975 bis 1980 überrascht. „Davon weiß ich nichts. Als ich 1974 bei den Amateuren die WM in Montreal gefahren bin, war es kein Thema. Da sind wir nur mit Wasser gefahren“, beteuerte Thurau gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

DFB fordert Aufklärung

Erkenntnissen der Freiburger Untersuchungskommission zufolge hat in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren Anabolika-Doping beim Bundesligisten VfB „in größerem Umfang“ sowie in kleinerem Rahmen beim damaligen Zweitliga-Club SC Freiburg eine Rolle gespielt. Beide Vereine sowie der Radverband distanzierten sich klar von möglichen Doping-Praktiken.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fordert Aufklärung. „Hier werden gravierende Vorwürfe geäußert, die selbstverständlich umfänglich aufgeklärt werden müssen“, sagte der Vorsitzende der Anti-Doping-Kommission des DFB, Rainer Koch.

dpa

stol