Freitag, 03. Juli 2015

Double aus Giro und Tour als größte Motivation für Contador

Der Spanier Alberto Contador hat sich für 2015 das Double aus Giro d'Italia und Tour de France als großes Ziel gesetzt. Dies wäre eine Leistung, „an die man sich erinnern würde“, sagte der Radprofi des Teams Tinkoff vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt am Samstag in Utrecht.

Alberto Contador
Alberto Contador - Foto: © APA/AP

Contador hat im Herbst 2014 in der Vuelta a Espana triumphiert, bei einem Erfolg in Frankreich hätte er sogar alle drei großen Landesrundfahrten in Serie gewonnen. Der 32-Jährige hat seit dem ersten Tour-Erfolg 2007 sieben große Rundfahrten für sich entschieden. Zwei weitere Siege – Tour 2010 und Giro 2011 – wurde ihm nach einem positiven Dopingbefund bei der Tour 2010 auf Clenbuterol nachträglich aberkannt. Zwölf dreiwöchige Rennen hat Contador bisher beendet und war dabei nie schlechter als Fünfter.

Nachgefragt bei Alberto Contador:

Frage: Haben Sie die Herausforderung des Doubles gebraucht, um sich weiter zu entwickeln?

Contador: „Das Wichtigste im Leben ist die Motivation. Mich treibt heute das Double an. Die Tour noch einmal zu gewinnen, würde an meiner Karriere nichts ändern. Aber Tour und Giro im gleichen Jahr, daran würde man sich erinnern.“

Frage: Wie fühlen Sie sich vor dem Start der Tour?

Contador: „Ich bin körperlich und mental stark und glücklich. Das ist wichtig. Aber ich weiß nicht, ob ich mich hundertprozentig vom Giro erholt habe. Das ist eine riesige Herausforderung. Wir werden sehen, wie mein Körper auf all die Belastungen in der kurzen Zeit reagiert. Ich habe jedenfalls keine Albträume.“

Frage: Nehmen Sie die Favoritenrolle an?

Contador: „Die Rolle, die ich spielen will, ist die gleiche wie in den anderen Saisonen. Was die Favoriten betrifft, reden alle von vier (Contador, Nibali, Froome, Quintana, Anm.), aber es gibt noch andere Kandidaten für den Sieg. Im Lauf des Rennens wird man klarer sehen.“

Frage: Fünf Fahrer aus ihrem Tinkoff-Team haben heuer schon den Giro bestritten. Ist das ein Grund zur Beunruhigung?

Contador: „Nein, weil wir alle fünf erfahrene Profis sind. Ausdauerathleten, die normal gut regenerieren. Ich habe Vertrauen in meine Teamkollegen.“

Frage: Bereitet Ihnen die erste Woche der Tour Sorgen?

Contador: „Es gibt viele Fallen, den Wind, die Mauer von Huy, das Kopfsteinpflaster. Das ist zweifellos die anspruchsvollste erste Woche der vergangenen Jahre. Das Wichtigste ist, die Tour nicht schon da zu verlieren.“

stol