Freitag, 03. Juli 2015

Experte: Formel 1 muss sich von Ecclestone-Konzepten lösen

Im Kampf gegen die Krise muss sich die Formel 1 nach Expertenansicht von der Politik ihres Geschäftsführers Bernie Ecclestone lösen.

Bernie Ecclestone
Bernie Ecclestone - Foto: © LaPresse

„Die Formel 1 benötigt neue, transparentere Konzepte“, sagte Vermarktungsfachmann Lars Stegelmann von der Sponsoringberatung Repucom im Interview der Deutschen Presse-Agentur vor dem Grand Prix von Großbritannien am Sonntag. Vor allem im Wettbewerb um die Fans habe die Rennserie „sehr deutliche Defizite“, weil Ecclestone die sozialen Medien bewusst vernachlässige.

In Deutschland nehme das Interesse der 14- bis 29-Jährigen am Grand-Prix-Sport ab. Die durchschnittliche Sehbeteiligung bei Rennen der Formel 1 sei rückläufig. Die Motorsport-Königsklasse müsse sich „viel mehr aus dem Instrumentenkasten der digitalen Welt bedienen“, mahnte Stegelmann.

Andere Sport- und Entertainmentprodukte suchen demnach viel stärker den interaktiven Austausch mit den Fans. „Das erhöht die Popularität und steigert die emotionale Bindung zur Marke“, erklärte Stegelmann.

Als gefährlich wertete der Experte auch die Absage des Grand Prix von Deutschland in diesem Jahr. „Die Formel 1 verliert dadurch an Glaubwürdigkeit“, sagte Stegelmann. Als globale Rennserie müsse die Königsklasse in einem Motorsportland wie Deutschland Station machen. Dies sei auch für die Sponsoren wichtig. „Wenn diese ihre Märkte nicht in dem Maße erreichen, wie sie es möchten, werden sie sich nach anderen Plattformen umschauen“, sagte Stegelmann.

apa/dpa

stol