Dienstag, 28. April 2015

Finaler Klopp-Krawall gegen Bayern – Guardiola pokert mit Robben

Ein letztes Mal möchte Jürgen Klopp den großen Rivalen FC Bayern mit Borussia Dortmund noch ärgern – und das nur zwei Tage nach der Münchner Jubiläums-Meisterschaft. Die ausverkaufte Allianz Arena wird am heutigen Dienstag (20.30 Uhr/live ARD) im Semifinale des DFB-Pokals brodeln, die Emotionen auf und neben dem Rasen hochkochen.

Zwei charismatische Fußballtrainer: Dortmunds Jürgen Klopp (links) und Bayerns Pep Guardiola.
Zwei charismatische Fußballtrainer: Dortmunds Jürgen Klopp (links) und Bayerns Pep Guardiola. - Foto: © APA/EPA

„Ich glaube nicht, dass die Anspannung früher anders war. Mehr als hundert Prozent geht nicht“, sagte Klopp, der in sein auch ganz persönliches Endspiel in Berlin möchte. Auf „Krawall gebürstet“ sei er, sagte er.

Ein deutscher Ausdruck, den sein Gegenspieler Josep Guardiola zwar nicht kannte, aber den dem Spanier am Montag niemand extra erklären musste. „Aggressivität ist eine Charakteristik von Jürgen-Klopp-Mannschaften. Ich brauche nicht diese seine Worte, um das zu wissen“, antwortete Guardiola.

"Klopp ist ein super Typ"

Der Katalane schätzt Klopp als „super Typ“. Die Spiele gegeneinander habe er stets als „große Ehre“ empfunden. Aber schenken wird er Klopp trotzdem nichts. Nach seinem schon fünften Titelgewinn mit dem FC Bayern will Guardiola mehr. „Wir sind noch unter Spannung“, versicherte er. Der 25. Meistertitel wurde nicht groß begossen, den könne man auch später noch gebührend feiern.

Es geht um extrem viel. Um den möglichen triumphalen Abschied für Klopp nach sieben Jahren in Dortmund, um die letzte Titelchance des BVB in einer verkorksten Saison, um die Eintrittskarte der Borussia in die Europa League. Aber nicht nur Klopp und seine Spieler befinden sich im „Kampfmodus“, wie Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer sagte.

Auch die Münchner gieren nach zwei Endspiel-Reisen nach Berlin und nach weiteren glänzenden Trophäen, dem DFB-Pokal und der Champions-League-Trophäe. „Das Spiel gegen Dortmund kann uns auch helfen für das Halbfinale gegen Barcelona“, sagte Guardiola zur Bedeutung des Spiels.

Klopps Aufbruchstimmung auf der Zielgeraden mit der Borussia

Es bleibt kein Raum für Sentimentalitäten. Und „Endzeitstimmung“ verspürt Klopp schon gar nicht, vielmehr fühlt er Aufbruchstimmung auf der Zielgeraden mit der Borussia. Diese soll am 30. Mai im Berliner Olympiastadion enden.

Die Aufgabe gegen die favorisierten Münchner geht er nach neun Siegen in seinen bisherigen 22 Pflichtspielen mit dem BVB gegen die Münchner offensiv an. „Wer den Pokal gewinnen will, muss die Bayern schlagen. Egal, ob im Finale oder im Halbfinale“, sagte Klopp.

"Wenn Arjen fit ist, wird er spielen. Wir brauchen sein eins gegen eins."

Luftlinie 477 Kilometer entfernt eröffnete Guardiola am Montag den großen Aufstellungspoker. Im Mittelpunkt: Arjen Robben. Nur fünf Wochen nach seinem Bauchmuskelriss könnte der BVB-Schreck ein Blitz-Comeback feiern. „Arjen ist kein Joker. Wenn er fit ist, wird er spielen“, sagte Guardiola. „Wir brauchen sein eins gegen eins.“

Im Gegensatz dazu kann Klopp wieder auf den genesenen Ilkay Gündogan setzen, dazu kehrt Marco Reus nach seinem Kurz-Comeback gegen Frankfurt in die Startelf zurück. Der australische Keeper Mitch Langerak wird wie gewohnt im Pokal spielen, schon im Ligaspiel hatte er den verletzten Roman Weidenfeller im Tor vertreten.

Bielefeld-Wolfsburg das zweite Halbfinale am Mittwoch

Der zweite Finalplatz wird am Mittwoch im Duell zwischen dem Drittligisten Arminia Bielefeld und dem Bundesliga-Zweiten VfL Wolfsburg ermittelt. Die Ostwestfalen warfen in dieser Saison bereits Hertha BSC, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach aus dem Bewerb.

apa/dpa

stol