Sonntag, 24. Mai 2015

„Finnisches Hockey ist schneller und härter"

Seit einigen Wochen ist es fix: Der Kalterer Torhüter Andreas Bernard bleibt auch weiterhin seiner Wahlheimat Finnland treu – wenn auch in einem neuen Verein.

Andreas Bernard wechselt von SaiPa nach Ässät - Foto jatkoaika.com
Andreas Bernard wechselt von SaiPa nach Ässät - Foto jatkoaika.com

Sechs Jahre lang hat Bernard das Tor des Klubs SaiPa Lappeenranta gehütet, nun war es an der Zeit für Veränderung: „Die Entscheidung kam von beiden Seiten. Ich brauchte nach so langer Zeit wieder etwas frischen Wind. Abwechslung tut manchmal ganz gut“, erzählt der 24-Jährige im Gespräch mit STOL.

Für seinen neuen Verein Porin Ässät zieht der Kalterer einmal quer über Finnlands Breitseite und wechselt von der Ost- an die Westküste.

„Ässät hat schon seit einiger Zeit sein Interesse bekundet, wir standen während der gesamten Saison in Kontakt. Es ist ein angesehener Verein, der vor drei Jahren die finnische Meisterschaft gewonnen hat“, erklärt Bernard seine Entscheidung für Ässät.

Dass er in Finnland oder wenigstens im Norden Europas bleiben würde, stand für den jungen Torwart von Vornherein fest: „Skandinavien ist für seine exzellente Tormann-Schule bekannt. Sehr viele Tormänner, die in der NHL spielen, stammen aus den nordischen Ländern“, erklärt Bernard. Das war auch der Grund für seine Entscheidung im Jahr 2009, nach Finnland zu gehen.

Der Wechsel in ein Land, in dem man niemanden kennt und keinen versteht, war für den damals 18-Jährigen zu Beginn nicht einfach: „Das geht jedem so, der ins Ausland geht. Aber mittlerweile habe ich mich sehr gut eingelebt, ich beherrsche die Sprache und habe eine finnische Freundin“, resümiert der Kalterer.

Andreas Bernard tauscht das gelbe Trikot in der kommenden Saison ein - Foto: sportnews.bz

An eine Rückkehr oder einen Verein in Mitteleuropa denkt Andreas Bernard derzeit nicht: „Finnisches Hockey ist schneller, es ist härter. Die Finnen spielen im Gegensatz zu den Italienern mit vier statt mit zwei Linien. Das macht sehr viel aus, die Spieler haben mehr Energie. Außerdem werden Nachwuchssportler in Finnland sehr gut gefördert. Man merkt, dass Eishockey hier der Nationalsport ist, während Italien eher für den Fußball lebt.“

In der Nacht auf Sonntag ist Andreas Bernard nach einem kurzen Urlaub in der Heimat wieder nach Finnland gereist, um das Sommertraining mit seinem neuen Verein zu beginnen: „Den Klub zu wechseln ist immer eine Herausforderung. Aber beim Eishockey fühlt man sich spätestens nach zwei Wochen wieder wie zu Hause. Jetzt geht es vor allem darum, mit Ässät so viel wie möglich zu erreichen und viele neue Erfahrungen zu sammeln.“

liz

stol