Montag, 27. Juli 2015

Fünf Lehren aus dem Großen Preis von Ungarn

Dieser Große Preis hatte es wahrlich in sich. Ein so packendes Rennen mit Überraschungen en masse gab es seit langem nicht mehr. Ein perfektes Beispiel, dass die zuletzt viel geschmähte Formel 1 durchaus Klasse hat.

Foto: © LaPresse

Sebastian Vettel hat sich im Formel-1-Titelrennen eindrucksvoll zurückgemeldet. Das Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg kassierte eine erste Schlappe. Und die bislang so enttäuschenden Teams Red Bull und McLaren-Honda boten starke Leistungen. Vor der Sommerpause der Formel 1 ging es zumindest auf der Rennstrecke richtig heiß her.

LEHRE I: Mercedes doch nicht unschlagbar

Damit war angesichts der bisherigen Dominanz und Lewis Hamiltons Fabelrunde in der Qualifikation nun wirklich nicht zu rechnen: Statt auf dem Hungaroring den siebten Doppelerfolg einzufahren, verpasste Mercedes erstmals seit November 2013 überhaupt einen Podestplatz. Eine herbe Schlappe. An ihrem Nummer-1-Status ändert das aber nichts.

LEHRE II: Vettel neben Hamilton und Rosberg einziger WM-Kandidat

Mit seinem historischen Sieg – Vettel zog mit Formel-1-Legende Ayrton Senna gleich und triumphierte auf dem holprigen Berg-und-Tal-Kurs im neunten Anlauf erstmals – hat sich der vierfache Champion auch in der WM-Wertung wieder näher an das Mercedes-Duo herangekämpft. Mit seinem phänomenalen Start und der Abgezocktheit nach der Safety-Car-Phase demonstrierte der Deutsche eindrucksvoll, dass er fahrerisch allemal das Zeug zum nächsten Titelgewinn hat. Vor der Sommerpause liegt Vettel als Gesamtdritter 42 Punkte hinter Hamilton und 21 hinter Rosberg.

LEHRE III: Räikkönen nicht vorzeitig abschreiben

Der zuletzt so harsch kritisierte Räikkönen demonstrierte bis zu seinem unglücklichen Ausfall eindrucksvoll, dass er ein echter Racer ist. Ohne die Safety-Car-Phase und den abgestorbenen Motor bei einem Boxenstopp hätte er in Ungarn seinen zweiten Podestplatz in dieser Saison sicher gehabt.

LEHRE IV: Red Bull im Kommen

Ständige gegenseitige Vorwürfe und Verletzungen, Trennungsgerüchte und Dauerknatsch. Nach der Hochphase mit Sebastian Vettels vier WM-Titeln als Krönung schien der Niedergang von Red Bull und Renault unaufhaltsam. Und nun gleich zwei Podestplätze auf einen Streich. Vielleicht wird zwischen den Streithähnen doch noch alles gut.

LEHRE V: McLaren-Honda kann es doch

Alle Achtung: Bislang fiel McLaren-Honda überwiegend durch Motorschäden, Ausfälle und Fehler negativ auf. Der Serien-Weltmeister der 80er und 90er Jahre drohte nach dem Comeback des japanischen Triebwerkspartners zur Lachnummer zu verkommen. Und nun in diesem spannenden und schwierigen Rennen erstmals beide Piloten gemeinsam in den Punkten: der zweifache Weltmeister Fernando Alonso als guter Fünfter noch vor beiden Silberpfeilen und sein Champions-Kollege Jenson Button auf Rang neun.

dpa

stol