Mittwoch, 18. Mai 2016

Russland droht Olympia-Aus

Gut elf Wochen vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro nimmt der Druck auf Russland wegen des Verdachts auf Staatsdoping enorm zu. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA haben Ermittlungen eingeleitet, um die Vorwürfe zu untersuchen. Auch die US-Justiz ermittelt laut "New York Times". Im schlimmsten Fall droht Russland der Ausschluss von den Spielen in Rio.

Sollte sich bestätigen, dass 2014 in Sotschi mehrere russische Teilnehmer gedopt waren, droht Russland ein Olympia-Aus.
Sollte sich bestätigen, dass 2014 in Sotschi mehrere russische Teilnehmer gedopt waren, droht Russland ein Olympia-Aus. - Foto: © LaPresse

IOC-Präsident Bach hält einen solchen Ausschluss angesichts der schweren Vorwürfe gegen Russland für möglich.

Das US-Justizministerium ermittelt laut „New York Times“ die wegen möglicher Verschwörung und Betrugs. Das Blatt berief sich am Dienstag auf zwei namentlich nicht genannte Quellen, die mit dem Fall vertraut seien. Die US-Staatsanwaltschaft habe russische Offizielle, Athleten, Trainer sowie Anti-Doping-Verantwortliche im Visier, hieß es. Ermittlungen der USA wie diese sind schon bei geringsten vermuteten Verbindungen in die Vereinigten Staaten möglich, oder wenn eventuell Gelder über eine US-Bank geflossen sind.

Der ehemalige Leites des Moskauer Anti-Doping-Labors, Gregori Rodschenkow, hatte in der vergangenen Woche der „NYT“ gesagt, er habe systematische Manipulationen im russischen Team während der Sotschi-Spiele 2014 mitorganisiert. Rodschenkow, der jetzt in Los Angeles in den USA lebt, behauptet, 15 der russischen Medaillengewinner in Sotschi seien gedopt gewesen. Dafür gibt es bisher keine unabhängigen Beweise. Die US-Justiz hat nach den Informationen der Zeitung auch Rodschenkow selbst im Visier.

Das Internationale Olympische Komitee und die Welt-AntiDoping-Agentur WADA schalteten sich ebenfalls ein und brachten Untersuchungen auf den Weg. Die WADA stellte ein Ermittlerteam zusammen, um die Vorwürfe zu untersuchen.

IOC-Präsident Bach schrieb in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch): „Die Teilnahme der russischen Athleten an den Olympischen Spielen in Rio 2016 hängt auch stark von den Ergebnissen der WADA-Untersuchung ab.“

dpa

stol