Dienstag, 26. Dezember 2017

Umstrittener russischer Funktionär nimmt Auszeit als Fußballchef

Für das halbe Jahr bis zur Fußball-WM in Russland legt Sportmultifunktionär Witali Mutko die Führung des nationalen Fußballverbandes nieder. Der Vize-Regierungschef zieht damit eine begrenzte Konsequenz aus den Doping-Vorwürfen gegen Russland. Zugleich behält der 59-Jährige seinen Posten als Organisator der Weltmeisterschaft, die vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 stattfindet.

Der umstrittene russische Sportfunktionär Witali Mutko hat viele Posten. Er steckt nach IOC-Ermittlungen tief im russischen Doping-Sumpf. Nun zieht er eine Konsequenz – mit überschaubaren Folgen.
Der umstrittene russische Sportfunktionär Witali Mutko hat viele Posten. Er steckt nach IOC-Ermittlungen tief im russischen Doping-Sumpf. Nun zieht er eine Konsequenz – mit überschaubaren Folgen. - Foto: © APA/AFP

Die Verbandsführung und wohl nicht zuletzt Witali Mutko selbst nahmen von einer drastischen Entscheidung somit Abstand. Der russische Verband (RSF) solle in der Übergangszeit von Generalsekretär Alexander Alajew geführt werden, meldeten russische Agenturen nach einer Sitzung des Präsidiums.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält den langjährigen Sportminister für einen der Verantwortlichen im russischen Doping-Skandal. Die Manipulationen sollen den Höhepunkt bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 erreicht haben.

Deshalb hat das IOC Mutko Anfang Dezember lebenslang für Olympia gesperrt. So wuchs auch der Druck auf den Weltfußballverband FIFA, ein Zeichen zu setzen. Die russische Politik weist den Vorwurf systematischen Dopings zurück und spricht von Einzelfällen.

Mutko ist ein langjähriger sportpolitischer Weggefährte von Präsident Wladimir Putin. Wie der Kremlchef begann er seine Karriere in St. Petersburg. Den Fußballverband führte er bereits von 2005 bis 2009 und ließ sich 2015 erneut an die Spitze wählen.

apa/dpa

stol