Mittwoch, 15. Februar 2017

Venier: "Mir tut mein Fehler sehr leid - ich mag Südtirol gern"

Mit ihrem Zusatz "Gott sei Dank" in dem Teil des Liedes "Dem Land Tirol die Treue", wo es um die Abtrennung Südtirols geht, hat die österreichische Skirennläuferin Stephanie Venier in den Medien viel Staub aufgewirbelt. Nun hat sich die 23-jährige Nordtirolerin aus Oberperfuß offiziell entschuldigt für ihren Fauxpas während der Feier zu Ehren ihrer Silbernen bei der Alpinen Ski-WM in St. Moritz.

Die 23-jährige Vizeweltmeisterin Stephanie Venier aus Oberperfuß hat sich mit ihrer Gesangseinlage keinen Gefallen gemacht.
Die 23-jährige Vizeweltmeisterin Stephanie Venier aus Oberperfuß hat sich mit ihrer Gesangseinlage keinen Gefallen gemacht.

"Es tut mir sehr leid und ich habe das nicht politisch gesehen, noch hab ich daran gedacht, warum man das so singt", schreibt Venier in einer Aussendung an die Medien.

Die Abfahrts-Vizeweltmeisterin hatte bei den Feierlichkeiten im "TirolBerg" zwar freudig „Du bist das Land, dem ich die Treue halte“ gesungen, den Südtirolpassus „... von Dir gerissen wurde Südtirol“ aber leise lachend mit „Gott sei Dank“ quittiert.

"Ich werde das sicher nicht mehr tun"

Sie sei früher oft auf Zeltfesten gewesen und dort werde dieser Zusatz oft gesungen, ohne groß nachzudenken. Sie wolle sich die Sache eine Lehre sein lassen. "Mittlerweile kenne ich die Geschichte und ich werde das sicher nicht mehr tun."

Sie möge Südtirol wirklich sehr gern und habe sogar Vorfahren hierzulande, schreibt Venier.

Auf telefonische Anfrage von STOL wiederholt Venier die Entschuldigung und hofft, dass ihr niemand böse sei. Sie sei es auch noch nicht gewohnt, dass sie auf Schritt und Tritt so genau beobachtet werde. Sie möchte die Angelegenheit aber auf sich beruhen lassen und sich auf den Sport konzentrieren. 

"Respektlosigkeit" und "Mehr Feingefühl, bitte"

Der Zusatz von Venier hat in Südtirol mehrere Reaktionen ausgelöst. „Respektlosigkeit gegenüber den vielen Südtirolern, die sich auch heute noch mit dem Vaterland Österreich identifizieren“, hat JG-Chef Stefan Premstaller der 23-Jährigen vorgeworfen. „Mehr Feingefühl, wenn es um Tirol und seine widerrechtliche Teilung geht“, fordert Heimatbund-Obmann Roland Lang von Venier. 

stol/bfk/ds

stol